Schroders-Expertin Jessica Ground Warum nachhaltiges Investieren lohnt

Jessica Ground ist seit 2014 bei Schroders dafür verantwortlich, dass nachhaltige Faktoren in den Investmentprozessen der Fondsgesellschaft Berücksichtigung finden. | © Schroders

Jessica Ground ist seit 2014 bei Schroders dafür verantwortlich, dass nachhaltige Faktoren in den Investmentprozessen der Fondsgesellschaft Berücksichtigung finden. Foto: Schroders

Unternehmensgewinne und Aktienmärkte haben zuletzt immer neue Höchststände markiert. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass die Herausforderungen im ökologischen und sozialen Bereich weiter zunehmen, genau wie die gesellschaftlichen und politischen Kontrollen. Für uns als Anleger ist es wichtig, dass sich Unternehmen dessen bewusst sind.

Den Klimawandel im Visier

Gerade der Klimawandel lässt Spannendes erwarten. Die Konzentration der Treibhausgase ist stark gestiegen, und der globale Temperaturanstieg hat ein Rekordniveau erreicht. Der Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen scheint dazu geführt zu haben, dass Unternehmen, Städte und Bundesstaaten in den USA sowie andere Länder nur noch entschlossener sind, Maßnahmen zu ergreifen.

Noch lassen die konkreten Maßnahmen im Vergleich zu den Ankündigungen der Politiker zu wünschen übrig. Wir gehen aber davon aus, dass sich diese Lücke allmählich schließen wird. In Ländern wie Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Indien wurden beispielsweise 2017 politische Maßnahmen angekündigt, die darauf abzielen, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren schrittweise vom Markt zu nehmen.

Die mit dem Klimawandel einhergehenden Herausforderungen werden in jedem Winkel der globalen Wirtschaft und des Anlagesektors zu spüren sein. Es wurde bereits vereinbart, dass 25 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen mit Kohlenstoffpreisen belegt werden. Der nächste Schritt besteht darin, diese Preise so weit nach oben zu schrauben, dass Geschäftsmodelle und Unternehmensstrategien deutlich davon beeinflusst werden.

Härtere Maßnahmen für den Klimaschutz waren in der Unternehmenswelt bislang ein Luxus. Ein mangelndes Verständnis der Folgen, die mit dem Übergang auf eine kohlenstoffarme Weltwirtschaft einhergehen, wird sich jedoch negativ auf die Geschäftsmodelle auswirken und erscheint zunehmend verantwortungslos.

Was bedeutet das für Anlagen?

Unseres Erachtens werden künftig jene Unternehmen erfolgreich sein, deren Geschäftsleitungen und Anleger realisieren, dass sowohl die Kosten als auch der Wert der „gesellschaftlichen Betriebserlaubnis“steigen. Die Gewinner werden ihre Geschäftsmodelle anpassen, um Maßnahmen zu ergreifen, die ihrem Unternehmen zu echter Nachhaltigkeit verhelfen.

Auf Investorenseite wird die Integration von ESG-Aspekten (Umwelt, Soziales und Corporate Governance) zu einer immer gängigeren Praxis. So werden die Prinzipien für verantwortliches Investieren weltweit übernommen – angefangen beim größten Pensionsfonds bis hin zum kleinsten Unternehmen. Die Ergebnisse und Auswirkungen all dieser Aktivitäten müssen kritisch überprüft werden. Denn letztendlich ist das eigentliche Ziel bei der Integration von ESG-Faktoren, das Anlagekapital dem richtigen Zweck zuzuführen und bessere Anlageentscheidungen zu ermöglichen.