Schwellenmärkte-Ausblick 2017 „Small Caps in Asien schätzen wir besonders“

Kunden in einer asiatischen Confiserie: Small Caps profitieren vom wachsenden Konsum in Asien. | © Getty Images

Kunden in einer asiatischen Confiserie: Small Caps profitieren vom wachsenden Konsum in Asien. Foto: Getty Images

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Schwellenländer hatten einen schwachen Start in dieses Jahr, da Aktien unter den Sorgen über die chinesische Wirtschaft und sinkende Ölpreise litten. Im weiteren Jahresverlauf prägten dann positive Faktoren die Anlegerstimmung, was zu Kursgewinnen an den Schwellenmärkten führte und unseres Erachtens Schwellenländeraktien ein solides Fundament für 2017 bescherte.

Solides, dynamisches Wachstum stützt die Bewertungen

Wir rechnen damit, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage nach den jüngsten Aufwärtsbewegungen 2017 weiter aufhellen wird. Das könnte sich positiv auf Umsatzwachstum und Gewinnaussichten von Schwellenländeraktien auswirken.

Nach unserer Ansicht hat das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in zahlreichen Schwellenländern an Tritt gewonnen und es ist wohl zu erwarten, dass große Volkswirtschaften wie Russland und Brasilien weiter expandieren werden. Diese beiden Volkswirtschaften schrumpfen zwar noch, befinden sich jedoch auf einem guten Weg. Sie könnten daher die Wachstumsrate innerhalb des gesamten Segments massiv beeinflussen, sofern sie auf Wachstumskurs bleiben. Das Wachstum in China, das viele Beobachter mit großer Sorge erfüllt, lässt Anzeichen einer Stabilisierung erkennen und behauptet sich im Vergleich zu den meisten anderen großen Volkswirtschaften auf hohem Niveau. Im dritten Quartal 2016 verzeichnete das Reich der Mitte ein BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 6,7 Prozent, was der Entwicklung in den beiden Vorquartalen entspricht.

Insgesamt erwarten wir für die Schwellenmärkte ein solides und sich beschleunigendes BIP-Wachstum, das deutlich über dem liegt, das für die Industrieländer erwartet wird. In Bezug auf das BIP pro Kopf hinken die Schwellenländer ihren Pendants an den entwickelten Märkten noch weit hinterher, sodass wir langfristig weiterhin mit soliden Wachstumsaussichten rechnen.

Schwellenländer sind geringer verschuldet als Industriestaaten

Weitere wirtschaftliche Faktoren sind nach unserer Auffassung wichtig für unsere Erwartung auf eine Fortsetzung des Aufschwungs in den Schwellenländern. Zum einen verzeichnen produzierende Länder generell wieder Leistungsbilanzüberschüsse und es wurden auch bei der Senkung der Defizite rohstoffexportierender Länder Fortschritte erzielt. Zum anderen ist das Verhältnis von Verschuldung zu BIP in den Schwellenländern generell niedriger als in Industrieländern und sorgt damit unseres Erachtens für ein stabileres und tragfähigeres wirtschaftliches Fundament. Und schließlich sind die Zinsunterschiede zwischen beiden Bereichen immens, was den Spielraum für die Notenbanken in Schwellenländern für eventuell erforderliche künftige Maßnahmen vergrößert.

Der Begriff „Renditejagd" war in den letzten Jahren in aller Munde und ist für viele Marktteilnehmer nach wie vor ein zentrales Thema. Da viele Staatsanleihen weltweit niedrige bzw. negative Renditen verzeichnen, dürften sich Anleger angesichts der Ertragsaussichten verstärkt Schwellenländeraktien zuwenden. Der MSCI Emerging Markets Index verzeichnete am 31. Oktober 2016 eine Dividendenrendite von sage und schreibe 2,5 Prozent*.

Bis dato verzeichnen die Schwellenländer einen positiven Mittelzufluss, was zum Teil auf die erwarteten attraktiven Erträge zurückzuführen ist. In den drei vorangegangen Jahren sind jedoch Mittel abgeflossen. Daher könnten weitere Mittelzuflüsse zugunsten der Schwellenmärkte ein zusätzlicher Trend sein, den zu beobachten sich lohnt.

Bezogen auf die Bewertungen wird der MSCI Emerging Markets Index mit einem deutlichen Abschlag auf den MSCI World Index gehandelt, zum Beispiel basierend auf dem KGV. Beim Gewinnwachstum haben sich die Trends im Laufe dieses Jahres deutlich verbessert und wir gehen davon aus, dass sich diese Trendwende fortsetzen wird, da sich die Fundamentaldaten der Volkswirtschaften und Unternehmen in der gesamten Anlageklasse stabilisieren.

* Quelle: FactSet, MSCI, vom 31.10.2016. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.