Sicherheit auf amerikanisch

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In den USA wachsen die Beitragseinnahmen um 17 Prozent pro Jahr, in Japan kletterte das Fondsvolumen in fünf Jahren von etwas über null auf 80 Milliarden US-Dollar – das Geschäft mit Variable Annuities boomt in diesen Nationen. Auch in Europa gibt es die Rentenpolicen mit Garantien amerikanischer Prägung bereits vereinzelt. Grafik vergrößern Da ist aber noch wesentlich mehr drin, ist Bernhard Kotanko überzeugt. Der Leiter der Praxisgruppe Versicherungen bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman geht davon aus, dass das Fondsvolumen dieser Produkte in Europa in den kommenden fünf Jahren um 45 Milliarden Euro steigen wird. „Versicherungen werden in den nächsten Jahren am Trend hin zu Variable Annuities nicht vorbeikommen. Gerade seitens der Kunden in den deutschsprachigen Ländern, die traditionell ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben, erwarten wir eine starke Nachfrage.“ Garantiegebühr wandert in separates Hedging-Portfolio
Wie sehen diese Produkte der Zukunft aber nun genau aus? In der großen Mehrheit handelt es sich um fondsgebundene Rentenversicherungen, bei denen der Versicherer seinen Kunden eine bestimmte Leistung garantiert. Dafür zahlt der Versicherungsnehmer eine Garantiegebühr, beispielsweise einen festen Prozentsatz des Fondsguthabens pro Jahr. Dieses Geld geht in ein separates, internes Hedging-Portfolio des Versicherers, das die Garantie absichern soll. Kapitalanlage und Garantiemanagement sind bei diesen Produkten also voneinander getrennt. Dem Kunden soll das eine freiere Wahl bei seiner Anlageentscheidung und auch eine Chance auf mehr Rendite ermöglichen. Denn er muss beispielsweise nicht auf Garantiefonds zurückgreifen, die ihr Sicherheitsnetz üblicherweise dadurch spannen, dass sie einen Großteil der Einlagen in risikoarme, aber auch renditeschwache Renten investieren.