US-Aktien abgebaut, Inflationsschutz-Anleihen aufgenommen Fonds-Klassiker im Check-Up: Kepler Vorsorge Mixfonds

Kurt Eichhorn (links) und Rudolf Gattringer, Manager des Kepler Vorsorge Mixfonds

Kurt Eichhorn (links) und Rudolf Gattringer, Manager des Kepler Vorsorge Mixfonds

1. Der Konkurrenz-Vergleich

Fondsgesellschaften haben üblicherweise in Finanzzentren wie London, Paris oder Frankfurt ihren Sitz. Doch auch vom oberösterreichischen Linz aus lässt es sich für Fondsmanager gut und effektiv arbeiten: Von dort aus steuern Rudolf Gattringer und Kurt Eichhorn den Kepler Vorsorge Mixfonds, einen der Klassiker der Kategorie FWW-Kategorie „Mischfonds ausgewogen Welt“.

Die Aufgaben hat das Duo klar verteilt: Eichhorn betreut das Anleihe-Portfolio, Gattringer kümmert sich um die Aktien im Fonds. Bei den Portfolioentscheidungen spielen nicht nur makroökomische Aspekte und Bewertungskennzahlen eine Rolle, sondern auch marktpsychologische Überlegungen. „Werden die Märkte beispielsweise zu optimistisch eingeschätzt, werten wir dies als Verkaufssignal. In zu pessimistischen Erwartungen der Marktteilnehmer sehen wir wiederum Kaufsignale“, erläutert Gattringer.

Mit der strategischen Gewichtung von rund 65 Prozent Anleihen und 35 Prozent Aktien sowie der breiten Streuung über etwa 150 Anleihe-Emittenten sowie um die 120 Aktienpositionen erreicht das Duo nicht immer Spitzenwerte in puncto Performance, aber stets eine solide Wertentwicklung. Über zehn Jahre beispielsweise gehört der Fonds mit einem Plus von 59,4 Prozent zu den besten 20 Angeboten der über diesen Zeitraum 131 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe (Stand 8. Februar 2017).

In den vergangenen zwölf Monaten liegt er mit einem Wertzuwachs von 11,5 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt, wenn auch nur knapp. Dass der Fonds nicht immer weit vorn rangiert, liegt Eichhorn zufolge unter anderem an der strategischen Ausrichtung mit einer relativ fixen Aktienquote von 35 Prozent: „Innerhalb der Kategorie, die viele Fonds mit bis zu 50 Prozent Aktienquote umfasst, fallen wir in Bullenmärkten wie jüngst angesichts des Wahlsiegs von Donald Trump immer etwas zurück.“ Geringfügige Nachteile hätten sich auch aus der frühzeitigen Beimischung von inflationsgeschützten Anleihen ergeben, ergänzt der Anleihe-Manager.

Quelle: FWW Fundservices GmbH

Über drei Jahre liegt der Fonds weiter vorn: Der Wertzuwachs von 25,9 Prozent beschert ihm einen Platz im ersten Zehntel der Konkurrenz. „Damit sehen wir unsere Einschätzung bestätigt, dass großer Aktivismus in Form stärkerer Abweichungen von der taktischen Asset Allocation sich eher nicht auszahlt“, kommentiert Eichhorn das Ergebnis.

Quelle: FWW Fundservices GmbH

Im Fünf-Jahres-Vergleich läuft der Fonds zur Bestform auf: Ein Plus von 63,3 Prozent sichern ihm Rang 3 unter 214 Mitstreitern. Auch hier sieht Eichhorn die ruhige Hand bei der Asset Allocation als einen der Gründe. „Außerdem versuchen wir, taktische Mehrerträge zu erzielen, indem wir eher antizyklisch vorgehen. So haben wir etwa in der Euro-Krise 2011 und 2012 sehr früh auf eine Erholung der Peripherie gesetzt und viele Jahre davon profitiert“, ergänzt der Fondsmanager. Vorteilhaft sei zudem auch gewesen, dass die Zinsduration im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern nicht oder nur leicht verkürzt wurde. Eichhorn: „Wir haben die vorherrschende Mehrheitsmeinung nicht geteilt, dass die Renditen nur steigen können.“

Quelle: FWW Fundservices GmbH