39 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Rohstoffaktien

Goldmine in Johannesburg: Das glänzende Metall ist einer der Rohstoffe, in den Fonds investieren. (Foto: Getty Images)

Goldmine in Johannesburg: Das glänzende Metall ist einer der Rohstoffe, in den Fonds investieren. (Foto: Getty Images)

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Rohstoffaktien sind ein weites Feld – das spiegelt sich auch in den Ergebnissen des aktuellen Crashtests. Insgesamt kamen 39 Fonds in den Vergleich. Darunter finden sich nicht nur die klassischen Minenaktienfonds, die vor allem in die Förderung von Metallen investieren, sondern auch Fonds, die auf die Weiterarbeitung, den Handel oder auf innovative Technik im Rohstoffbereich setzen.

Crashtest: Die besten Rohstoff-Fonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Robeco SAM Smart Materials 218 79 97 42 153
2 Pioneer Aktien Rohstoffe 194 84 58 52 111
3 I-Shares Stoxx Europe 600 Construction & Materials 175 71 69 35 26
4 Lyxor MSCI World Materials 165 59 81 25 31
5 Lyxor Stoxx Europe 600 Construction & Materials 164 72 62 30 21
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 15. Oktober 2014)
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 15. Oktober 2014)


Die Portfolios der einzelnen Fonds unterscheiden sich daher stark voneinander, und somit auch die Performance-Ergebnisse. Über die vergangenen drei Jahre etwa variieren sie von minus 62 Prozent bis plus 43 Prozent (Stichtag: 15. Oktober).

Mit hinteren Plätzen müssen sich die Minenaktienfonds begnügen. Der Klassiker Blackrock World Mining etwa schafft es nur auf Platz 35. Schlusslicht ist Joachim Berlenbachs Earth Exploration Fund.



Für die Siegerfonds spielen Minenaktien nicht die wichtigste Rolle. Und auch aktives Management ist nicht unbedingt gefragt. Nur der Spitzenreiter Robeco SAM Smart Materials verfolgt einen aktiven Ansatz. Ansonsten haben es ein Index-Tracker und drei börsennotierte ETFs ganz nach vorn geschafft.

Die drei Sieger-Fonds im Kurz-Porträt:

Platz 1: Robeco SAM Smart Materials

Pieter Busscher setzt auf die Verknappung natürlicher Ressourcen. Allerdings konzentriert sich der Manager des Robeco SAM Smart Materials nicht einfach auf die besonders begehrten Rohstoffe und hofft auf Preissteigerungen. Er kauft stattdessen lieber Aktien von Unternehmen, die Lösungen für die Rohstoffknappheit schaffen. Das können neue Technologien sein, die für einen effizienteren Verbrauch sorgen. Oder neue Materialien, die knappe Rohstoffe ersetzen. Auf diese beiden Bereiche entfallen zurzeit 84 Prozent des Fondsvermögens. Dazu gehören auch die zwei größten Positionen, die beide aus den USA stammen: IPG Photonics entwickelt effiziente Faserlasersysteme, Hexcel produziert Bauteile aus Carbonfaser für die Flugzeugindustrie.

Ein weiteres Thema im Fonds ist Müll. „Recycling wird zunehmend zu einer eigenen Rohstoffquelle“, so Busscher. Der vierte Anlagebereich ist die Förderung und Verarbeitung von Rohstoffen. Den Großteil der Minengesellschaften hält Busscher zurzeit allerdings für wenig attraktiv. Gekauft hat er dagegen unter anderem den Aluminium-Verarbeiter Constellium.

Der Fonds investiert weltweit. Um für Busscher infrage zu kommen, müssen die Unternehmen Mindestanforderungen bei der Liquidität erfüllen und mindestens 20 Prozent ihres Umsatzes mit dem Thema erwirtschaften, in das er investieren will. Insgesamt zählt er rund 375 Firmen zu seinem Anlageuniversum, davon kommen die meisten aus den USA. Knapp 50 Prozent des Fondsvermögens sind dort investiert.

Platz 2: Pioneer Aktien Rohstoffe

Bis zum Juli dieses Jahres orientierte sich der im April 2000 als Activest Aktien Rohstoffe gestartete Fonds am Morgan Stanley Commodity Related Equity Index. Dann stellte Morgan Stanley die Berechnung dieses Indexes ohne große Vorankündigung ein. Pioneer entschied daraufhin, trotzdem an der Strategie festzuhalten. Der Fonds investiert weiter in die Indexwerte, auch die Methodologie inklusive Rebalancing behält er bei. Die 50-prozentige Währungsabsicherung gegenüber dem US-Dollar soll ebenfalls fortgesetzt werden.

Der Fonds wird passiv gemanagt, ist aber nicht börsennotiert. Zuständig ist Peter Königsberger, der alle Rohstofffonds bei Pioneer verantwortet. Der Fonds investiert ausschließlich in Aktien großer Konzerne – insgesamt 20 Unternehmen, die vor allem den Bereichen Energie, Gold, Metalle und Agrarwirtschaft angehören. Dabei geht es nicht nur um die Produktion beziehungsweise Gewinnung von Rohstoffen, sondern auch um die Weiterverarbeitung und den Handel. Jeder einzelne Wert macht 5 Prozent des Portfolios aus.

Viermal im Jahr stellt Königsberger die Gewichtung wieder her. Eine vergleichsweise simple Methode, mit der es der Pioneer Aktien Rohstoffe im Crashtest zum Performance-Sieger brachte.

Regionaler Schwerpunkt des Fonds sind die USA mit 16 Werten, darunter der auf der Karibikinsel Curaçao eingetragene Öl-Dienstleister Schlumberger. Hinzu kommen aus Kanada die beiden Goldminengesellschaften Barrick Gold und Goldcorp sowie der Düngemittelproduzent Potash of Saskatchewan. Ferner findet sich noch der australische Minen-Gigant BHP Billiton im Portfolio.


Platz 3:
I-Shares Stoxx Europe 600 Construction & Materials

Dieser börsengehandelte Indexfonds hat eine für ein Rohstoffprodukt eher ungewöhnliche regionale Ausrichtung: Er konzentriert sich auf Europa und versucht dabei, möglichst genau den Index Stoxx Europe 600 Construction & Materials abzubilden. Dieser Sub-Index des breit gestreuten Stoxx Europe 600 umfasst 20 Unternehmen aus dem Sektor Baugewerbe und Werkstoffe. Er ist kapitalgewichtet, berücksichtigt den Streubesitz und passt seine Gewichtungen vierteljährlich an die aktuellen Gegebenheiten an.

Regionaler Schwerpunkt ist Frankreich mit rund 40 Prozent. Es folgen die Schweiz und Schweden mit 18 beziehungsweise 14 Prozent. Die fünf größten Werte machen etwas mehr als die Hälfte des Fondsvermögens aus. Mit rund 15 Prozent ist Vinci das Schwergewicht im Index und im Fonds. Der französische Konzern verdient sein Geld im Baugewerbe, vor allem im Infrastrukturbereich, und mit Konzessionen. In die Unternehmenskasse fließen zum Beispiel die Mautgebühren für etwa die Hälfte der französischen Autobahnen. Der einzige deutsche Wert im Portfolio ist der Baustoffkonzern Heidelberg Cement.

Wie bei nahezu allen I-Shares-ETFs erfolgt die Indexnachbildung durch physische Replikation, der Fonds investiert also direkt in alle Aktien. Über Wertpapierleihe verdient er etwas hinzu. Die Rendite daraus lag zwischen Ende Juni 2013 und Ende Juni 2014 aber nur bei 0,01 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,46 Prozent. Viermal im Jahr schüttet der Fonds Erträge aus.