Analyse: Die stabilsten Krankenversicherer

Foto: Allianz

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Diese Analyse (hier in der gekürzten Fassung) stammt aus der Feder von KVpro.de. Die lange Fassung finden Sie hier.

1. Gute Arbeit auf der Kapitalanlageseite

Vor dem Hintergrund der Krise an den internationalen Finanzmärkten, dem daraus resultierenden turbulenten Marktumfeld sowie den nach wie vor volatilen Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt sind die Anlageergebnisse der analysierten PKV-Unternehmen bemerkenswert.

Betrachtet man die Nettoverzinsung über die vergangenen fünf Jahre (2007 bis 2011), schlugen sich diese Versicherer am besten: Spitzenreiter ist die Debeka mit 5,05 Prozent, gefolgt von der DEVK mit 4,72 Prozent, der PAX mit 4,38 Prozent und dem Deutschen Ring mit 4,36. Zum Vergleich: Der niedrigste Wert lag bei 3,52 Prozent.

Das beste Ergebnis 2011 erzielte erneut der Klassenprimus Debeka mit 4,76 Prozent, gefolgt von der Concordia mit 4,50 Prozent, Allianz mit 4,30 Prozent und der DEVK mit 4,26 Prozent.

Die Branche erreicht den derzeit gesetzlich festgeschrieben Rechnungszins von 3,5 Prozent nicht nur, sie übertrifft ihn trotz Krise teilweise deutlich.

Zinsergebnisse drücken Beitragsanpassungen

Positiv ist diese erfreuliche Entwicklung vor allem für die Käufer von KV-Produkten. Denn die erwirtschafteten Anlage-Ergebnisse helfen, die – durch den Gesetzgeber verursachten – zum Teil erheblichen Mehrbelastungen für die Versichertengemeinschaften der PKV (zum Beispiel durch Leistungs- und Budgetkürzungen der GKV, die wiederum Privatpatienten beim Arzt nachweislich stärker belasten) abzufedern und Beitragsanpassungen (BAP), unter anderem ausgelöst durch steigende ambulante Behandlungskosten, entsprechend zu drücken.

Das funktioniert so: Mit dem Rechnungszins von 3,5 Prozent werden die zurückgelegten Alterungsrückstellungen verzinst. Das bedeutet: Durch Kostensteigerungen der Leistungserbringer im Gesundheitswesen ausgelöste BAP werden mithilfe dieser Zinserträge gemildert. Auch von dem 3,5 Prozent übersteigenden Teil der erwirtschafteten Zinsen erhält der Verbraucher 90 Prozent, im Fachjargon Überzinsgutschrift genannt, als weitere Gutschrift. Diese Effekte gibt es bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mangels Zinserträgen nicht.

Beispiel Debeka: erwirtschafteter Zins 4,76 Prozent  minus 3,5 Prozent Rechnungszins ergibt 1,26 Prozent Überzins; 90 Prozent davon sind 1,13 Prozent zusätzlich als Überzinsgutschrift. Ergibt 4,63 Prozent Zinsgutschrift auf die im Tarif enthaltene Alterungsrückstellung.

Das System der Alterungsrückstellung mit Zinserträgen ist trotz Krise und derzeit niedrigem Zinsniveau richtig, auch wenn Rahmen von Unisex ab 21. Dezember 2012  ein noch niedrigerer Rechnungszins zu erwarten ist.

Auf der kommenden Seite geht es um die Entwicklung der Vollversicherten-Zahlen im vergangenen Jahr.