Anleger können 2014 mit europäischen Aktien und Immobilien punkten

Arnim Kogge, geschäftsführender Gesellschafter des Vertiva Family Offices

Arnim Kogge, geschäftsführender Gesellschafter des Vertiva Family Offices

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Die Finanzmärkte sind in den letzten Jahren volatiler geworden. Viele Negativszenarien, die für 2013 vorausgesagt worden waren, sind jedoch nicht eingetreten: Die Eurozone hatte sich als widerstandsfähig bewiesen, die USA hatten wieder die Fiskalklippe umschifft und Chinas Wirtschaft landete nicht in der Rezession.

Insbesondere die Aktienmärkte haben sich dieses Jahr nur einmal aus dem Konzept bringen lassen. Das war im Juni, als Gerüchte kursierten, die Fed würde die Geldschwemme zurückfahren. Die neue Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, will allerdings an der expansiven Geldpolitik festhalten. So wird die ultralockere Geldpolitik im März 2014 voraussichtlich noch nicht beendet werden, weil sonst die Gefahr von Preisblasen zu hoch wäre.

Anders sieht dies der Ex-Kandidat für den Fed-Chefsessel, Larry Summers. Ihm reichen tiefe Leitzinsen allein nicht aus, um Vollbeschäftigung sicherzustellen und damit die Krise zu bewältigen. Summers fordert sogar Negativzinsen. Dies dürfte aber Gift sein für einige Wirtschaftszweige und könnte die Blasenentstehung verstärken.

Die Krise ist natürlich noch nicht vorüber – nicht in Amerika, geschweige denn in Europa. Den „alten Kontinent“ dürfte allerdings weiteres Wachstum durch Import und Export Schritt für Schritt vorwärts bringen

Es besteht jedoch das Risiko eines Japan-Effekts: Werden die Zinsen langfristig auf niedrigem Niveau gehalten, kann das zu einer Deflation führen. Im Laufe des Jahres 2014 müssen also – trotz der Reaktionen der Kapitalmärkte – zuerst die Aufkaufprogramme zurückgefahren und in Richtung 2016 die Zinsen langsam wieder erhöht werden. Am langen Ende werden die Anleihenmärkte darauf in erster Linie negativ reagieren.

Liquiditätsmanagement rückt in den Vordergrund


Seitens der Zentralbanken sind für das Jahr 2014 keine Zinsänderungen zu erwarten. Anleger sind deshalb gut beraten, ihr Rentenportfolio mit einer klaren und stringenten Laufzeitstruktur zu versehen. Da Deutschland in Europa weiter die Wachstumslokomotive bleibt, sind deutsche Unternehmensanleihen zu bevorzugen.

Fremdwährungsanleihen sollten allerdings weiter untergewichtet bleiben. Liquidität zu halten ist zwar beliebt, führt aber bei diesem Zinsniveau zur schleichenden Enteignung. Das Liquiditätsmanagement wird daher eine zentrale Vorsorgemaßnahme für das nächste Jahr sein.

Trotz besserer Arbeitsmarktdaten könnten die Aktienkurse spürbar nachgeben. Der Grund: Die Anleger befürchten, dass die Notenbanken aufgrund steigender Beschäftigungszahlen ihre milliardenschweren Konjunkturhilfen zurückfahren.

Somit könnten einer positiven Stimmung am Arbeitsmarkt sinkende Kurse an den Märkten gegenüber stehen. Dies dürfte aber nur kurz anhalten, da es bei niedrigen Zinsen keine Alternative zu Aktien gibt.

Die Länderallokationen zeigen, dass insbesondere die deutschen und amerikanischen Aktien 2013 sehr gut gelaufen sind – und dies ist noch nicht das Ende. Anleger sollten 2014 mehr auf europäische Werte setzen und Gesundheitswerte, Technologieunternehmen und einzelne Mid-Caps bevorzugen.

Der Dax kann 2014 die 10.000-Marke sicherlich erreichen, dies wäre prozentual immerhin ein knapper 10-Prozenter. Damit dies nicht in einer Übertreibungsphase endet, ist es entscheidend, dass vorab ein Rücksetzer bis 8.500 Dax-Punkten eintritt.