Bau, Industrie, Konsum Auf diese Firmen setzt die Managerin des BB Entrepreneur Europe

Ray-Ban-Shop in New York: Die Brillenmarke gehört zur italienischen Luxottica-Gruppe | © Getty Images

Ray-Ban-Shop in New York: Die Brillenmarke gehört zur italienischen Luxottica-Gruppe Foto: Getty Images

Birgitte Olsen sieht viele gute Anlagemöglichkeiten in Europa. „Die steigenden Einkommen der Privathaushalte und daraus resultierende Mehrausgaben für Konsum und Freizeitkommen Firmen wie Luxottica zugute“, sagt die Fondsmanagerin von Bellevue Asset Management.

Der italienische Brillenhersteller nimmt eine größere Einzelposition in ihrem  Entrepreneur Europe ein. Auch der Luxussektor gefällt ihr wieder besser: „Der Abwärtstrend internationaler Uhrenverkäufe scheint zum Stillstand zu kommen. Das  hat die Kurse von Swatch Group oder Richemont wieder beflügelt.

„Olsens Fonds ist kein klassischer europäischer Aktienfonds. Der  Entrepreneur Europe konzentriert sich auf Unternehmen, bei denen der Gründer oder die Erbengeneration noch maßgeblich Einfluss hat.

„Die in die Führung integrierten Gründer zeichnen sich vielfach durch hohes Verantwortungsbewusstsein, starke Identifikation und persönliches finanzielles Engagement aus“, so Olsen. „Das wirkt sich nicht zuletzt auch positiv auf den Aktienkurs aus.“ Wichtig sei natürlich aber auch hier, die Spreu vom Weizen trennen zu können.

Denn für den Entrepreneur Europe stehen eine ganze Reihe von Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung. Von den insgesamt rund3.500 börsennotierten europäischen Unternehmen ist rund die Hälfte familiengeführt. Nach einem Größen-und Liquiditätsfilter bleibt Olsen damit ein Universum von600 Aktien von kleinen, mittelgroßen und großen Firmen.

Daraus wählt sie zusammen mitihren Team-Kollegen Michel Keusch und Karim Bertoni 30 bis 40 Titel für den Fonds aus, die einen angemessenen Preis und mindestens 20 Prozent Aufwärtspotenzial haben.

Dazu kombinieren die drei eine fundamentale quantitative und qualitative Analyse, bei der unternehmerspezifische Kriterien eine große Rolle spielen. Auf der Suche nach den attraktivsten Anlageideen reist das dreiköpfige Team durch ganz Europa, um sich persönlich mit Unternehmern und Managementteams vor Ort zu treffen. Jährlich stehen über 350 Managementmeetings an.

Das Portfolio ist so über Länder und Sektoren diversifiziert. Derzeit favorisiert Olsen Unternehmen aus den Sektoren Bau, Industrie, zyklischer Konsum, Energie und Finanzen. Regional hat sie bereits seit 2015 eine starke Gewichtung in Südeuropa, vor allem in Spanien und Italien. Diese will sie auch beibehalten, da Peripherie-Unternehmen zum Teil noch stark unterbewertet sind. Neben Luxottica zählen das italienische Mode-Label OVS und der Pumpenhersteller Interpump zu den Top-Ten-Positionen im Portfolio. Ebenfalls stark vertreten sind französische und deutsche Unternehmen.

Der strategische Ansatz des BB Entrepreneur Europe hat jedenfalls bislang sehr gut funktioniert: Der Fonds hat seit Auflegung 2009 eine Performance von über 140 Prozent erzielt, etwa 15 Prozentpunkte mehr als seine Benchmark, der paneuropäische Euro Stoxx 600.