BB African Opportunities Ägypten erholt sich von Verlustserie

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities

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Die Monatsperformance der afrikanischen Märkte fiel im September gemischt aus: Südafrika, Ägypten, Nigeria und Kenia erholten sich. Marokko, Tunesien und Ghana hingegen gaben weiter nach. Dies lag vor allem an dem verschärften Druck auf Rohstoff- und Bergbautitel.

Ägypten: Gasfeld gibt Wirtschaft neue Energie

Ägyptens Börse schloss 1 Prozent stärker nach ihrer anhaltenden Verlustserie seit Februar. Frühindikatoren deuten hier auf eine Wirtschaftserholung hin. Und das, obwohl die Statistik aus dem zweiten Quartal 2015 eine Verlangsamung des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 3,4 Prozent gegenüber 7,4 Prozent im ersten Quartal zeigt. Denn angesichts des hohen Strombedarfs flossen Gasvorräte vermehrt in die Stromerzeugung und weniger in das verarbeitende Gewerbe.

Mittelfristig dürfte sich eine positive Dynamik entwickeln. Vor allem das größere Energieangebot durch die Entdeckung eines riesigen Gasfeldes durch den italienischen Energiekonzern ENI treibt diese Entwicklung. Auch zusätzliche Reformen wie ein Mehrwertsteuer-Gesetz und Subventionen unterstützen den Trend.

Die inflationären Auswirkungen dieser Maßnahmen veranlassten die Notenbank dazu, ihre Leitzinsen unverändert beizubehalten. Zusammen mit den anhaltenden Sorgen um die Schwellenländermärkte sorgt dies weiterhin für eine verhaltene Anlegerstimmung. Die Parlamentswahlen im Oktober sind der nächste Meilenstein, den wir aufmerksam verfolgen.

Nigeria: Banken- und Konsumgütersektor mit starker Performance

Nigerias Aktienmarkt legte im September bei niedrigem Volumen um 5,2 Prozent zu. Dies spiegelt die strengen Devisenkontrollen und die Liquiditätslage wider. JPM schloss das Land deshalb aus seinem Schwellenländer-Bondindex aus. Dennoch boten Titel aus dem Konsumgüter- und Bankensektor eine beeindruckende Performance. Diese Indizes gewannen 10,0 Prozent beziehungsweise 6,4 Prozent und profitierten von der Reduktion des Reservesatzes für Banken von 31 Prozent auf 25 Prozent. Der Leitzins wurde unverändert bei 13 Prozent beibehalten.

Dadurch wurde die Liquiditätsverknappung faktisch aufgehoben, die auf dem Interbankenmarkt Mitte September zu spüren war. Tagesgeldsätze überstiegen hier 90 Prozent, bevor sie auf etwa sechs Prozent fielen – nach der Einführung des einheitlichen Rechnungsführungssystems. Letzteres sieht vor, dass Geschäftsbanken Staatsgelder an die Zentralbank Nigerias überweisen.

Südafrika: Schlechte Zeiten im Bergbau sorgen für trübe Aussichten

Der Marktausblick für Südafrika bleibt trüb. Das schwache Wachstum ist eng mit dem heimischen Konsum verbunden, und der Bergbausektor durchlebt schlechte Zeiten. Kenia hat die Abwertung seiner Landeswährung besser im Griff, obwohl der Schilling den Monat auf dem Tiefstand von 2011 schloss. Die Börsen in Marokko und Tunesien gaben gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent in Lokalwährung nach.