Betriebliche Altersvorsorge „Liebe Arbeitnehmer, glauben Sie nicht, dass die bAV per se sinnvoll ist“

BdV-Chef Axel Kleinlein

BdV-Chef Axel Kleinlein

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Grund dafür ist der Koalitionsvertrag, der vorsieht, dass die betriebliche Altersvorsorge gestärkt werden soll. Dafür werden unterschiedlichste Szenarien diskutiert. Nach den großen Flops „Riester-Rente“ und „Rürup-Rente“ steht nun die „Nahles-Rente“ zur Diskussion. Auch soll zunehmend Ihr Arbeitgeber entlastet werden. Und mit einem „Opt-Out“ sollen Sie, verehrte Arbeitnehmer, einen deutlich stärkeren Druck bekommen, Ihr Geld in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken.

Ein gemeinsames Ziel

Alle diskutierten Maßnahmen haben ein gemeinsames Ziel: Die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge soll vergrößert werden. Noch mehr Arbeitnehmer sollen noch mehr Geld in dieses betriebliche Sparen stecken. Egal ob Sie die Politiker der großen Koalition hören, ob Sie die Empfehlungen der Anbieter verfolgen, ob Sie Ihren Gewerkschaften zuhören, oder aber den meisten Sozialverbänden: Einig sind sich alle darin, dass Sie noch stärker auf Lohn verzichten sollen, damit dann Versicherungen, Pensionskassen und andere mit Ihrem Geld arbeiten und spielen dürfen.

Niemand fragt nach, ob Sie, liebe Arbeitnehmer, das eigentlich wollen. Kein Politiker untersucht, ob sich das für Sie überhaupt rentiert. Kein Gewerkschaftsfunktionär interessiert sich dafür, ob sich Ihre betriebliche Altersvorsorge überhaupt lohnt. All diesen Entscheidern ist es ziemlich egal, ob diese Form der kapitalgedeckten Vorsorge finanziell Sinn macht oder nicht.

Im Gegenteil wird Ihnen, liebe Arbeitnehmer, stets unterstellt, dass Sie eigentlich ziemlich dumm seien, dass Sie nicht sowieso schon mehr Altersvorsorge machen. Ansonsten müsste man ja nicht neue Wege suchen, um Sie zu Ihrem Glück zu zwingen. Sie sollten sich also darüber bewusst werden, dass Sie unserer sozialen Marktwirtschaft schaden, weil Sie nicht unreflektiert sparen.