Carmignac Patrimoine: Französische Gerüchteküche

Edouard Carmignac (Foto: Thomas Samson / AFP / Getty Images)

Edouard Carmignac (Foto: Thomas Samson / AFP / Getty Images)

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Viele Investmentfonds gibt es nicht, die in den vergangenen Jahren so erfolgreich waren wie der Carmignac Patrimoine (WKN: A0DPW0). Der Allrounder der französischen Fondsboutique Carmignac Gestion beglückte seine Anleger in den vergangenen zehn Jahren mit einem Wertzuwachs von 96 Prozent, das macht 7,0 Prozent pro Jahr. Die breite Masse vergleichbarer Mischfonds schaffte nicht einmal die Hälfte davon. Das blieb nicht ohne Folgen für das Volumen: Verwaltete der Fonds im September 2008 erst 4 Milliarden Euro, sind es heute knapp 28 Milliarden Euro (siehe Grafik).

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Verlorene Erfolgsformel

Seit einiger Zeit indes scheint die Erfolgsformel von Fondsmanager Edouard Carmignac nicht mehr aufzugehen. In den vergangenen drei Jahren entwickelte sich der Fonds nur noch durchschnittlich, seit Herbst 2012 schwächelt er geradezu.

Im September 2013 stufte ihn deshalb das Analysehaus Morningstar von Gold- auf Silber-Status herab. Und auch bei vielen Anlagevermittlern schwindet der Rückhalt. „Wir haben den Fonds aus den Portfolios rausgenommen“, erklärt Constanze Hintze, Geschäftsführerin der Finanzberatung Svea Kuschel + Kolleginnen aus München. „Die Ergebnislücke zum Markt, seiner Vergleichsgruppe und seiner eigenen Vergangenheit ist erschreckend groß.“

Einige Experten unken bereits, dass sich der Carmignac Patrimoine in den kommenden Monaten mit milliardenschweren Abflüssen konfrontiert sehen könnte. Was ist dran an diesen Unkenrufen und vielen weiteren Gerüchten?

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