Emerging Markets Schwellenmärkte bleiben globale Wachstumstreiber

Eine indische Frau auf dem Hindu-Fest Chhath Puja in Neu Delhi: Indien dürfte dem asiatischen Raum 2015 ein besonders kräftiges Wachstum bescheren. (Foto: Chandan Khanna/AFP/Getty Images)

Eine indische Frau auf dem Hindu-Fest Chhath Puja in Neu Delhi: Indien dürfte dem asiatischen Raum 2015 ein besonders kräftiges Wachstum bescheren. (Foto: Chandan Khanna/AFP/Getty Images)

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Trotz einer Abschwächung in großen Volkswirtschaften wie Brasilien und Russland dürfte das Wirtschaftswachstum der Schwellenmärkte 2015 insgesamt deutlich höher liegen als in Industrieländern. Dabei sollten China und Indien dem asiatischen Raum ein besonders kräftiges Wachstum bescheren.



Viele Schwellenländer wie China, Indien, Indonesien, Mexiko und Südkorea haben maßgebliche Reformen angekündigt oder eingeleitet, die sich zwar im Detail unterscheiden. Doch generell zielen sie auf die Beseitigung bürokratischer Hürden für Wirtschaftswachstum, die Förderung von Unternehmertum und mehr Marktdisziplin in ineffizienten Branchen ab. Außerdem lautet das mehrheitliche Ziel, die Wirtschaftsaktivität von export- und investitionslastigen Modellen auf verstärkte Konsumorientierung umzugewichten.

Für den Verband südostasiatischer Staaten (ASEAN), der heute aus den zehn Mitgliedstaaten Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam besteht, hatte bisher die wirtschaftliche Integration Priorität. Bis 2015 streben die ASEAN-Staaten eine Wirtschaftsgemeinschaft mit einem gemeinsamen Markt für Güter, Dienstleistungen, Kapital und Arbeit an. Ein weiterer Reformstrang, durch den sich technisch fortgeschrittenere Schwellenländer mit weniger entwickelten Nachbarstaaten vernetzen, die beispielsweise über billige Arbeitskräfte und Rohstoffe verfügen.

Die Reformen waren kurzfristig mit Kosten verbunden. Doch sollten sie von den Regierungen erfolgreich umgesetzt werden, könnten unseres Erachtens schon bald längerfristige Vorteile auf die Wirtschaftswachstumszahlen durchschlagen. Der Schwerpunkt auf Marktdisziplin könnte ebenfalls dazu führen, dass das Schwellenländerwachstum und die Unternehmensrentabilität einander besser entsprechen.

Neue Technologien als Entwicklungstreiber für Grenzmärkte

Besonders beeindruckt sind wir vom Potenzial neuer Technologien, Wachstumstrends zu beschleunigen. Insbesondere bestimmte Internet- und Mobilfunktechnologien bieten geringer entwickelten Ländern die Chance, gleich mehrere Generationen des wirtschaftlichen Wandels reiferer Märkte zu überspringen und direkt auf effiziente moderne Systeme umzusteigen.



Dieser Faktor könnte sich als besonders dynamischer Entwicklungstreiber für Grenzmärkte erweisen, zu denen viele afrikanische Länder zählen. Sie dürften denjenigen Märkten zusätzliche Impulse verleihen, die bereits von sehr günstigen demografischen Voraussetzungen, einem Reichtum an natürlichen Ressourcen und einem geringen Ausgangsniveau beim aktuellen Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt profitieren.