ETF-Evolution Von Klassikern, Faktor-ETFs und Smart Beta

Stephanie Lang, Investment Strategist bei iShares (Foto: iShares)

Stephanie Lang, Investment Strategist bei iShares (Foto: iShares)

// //

Seit der Einführung von börsengehandelten Indexfonds (Exchange-Traded-Funds, kurz: ETFs) auf dem europäischen Markt vor über 15 Jahren, entwickelte man sowohl deren Struktur als auch die nachgebildeten Strategien stetig weiter. Der aktuelle Trend von Smart-Beta-Produkten vereint die Vorteile wie niedrige Kosten und Transparenz der passiven Verwaltung mit den Renditechancen aktiver Strategien. Üblicherweise werden der Smart-Beta-Idee Benchmarks zugeordnet, deren Gewichtung zwar regelbasiert ist, aber sich nicht nach der Marktkapitalisierung richtet. Faktoren definieren dabei die Parameter, die einen empirisch nachgewiesenen Einfluss auf das Rendite-Risiko-Profil eines Wertpapiers haben.

Für Investoren steht vor allem die Suche nach Rendite durch das Nutzen nachhaltiger Risikoprämien oder auch Marktanomalien unter kosteneffizienten Bedingungen im Vordergrund. Durch das Angebot von alternativen Risikoprämien erweitert sich das Anlagespektrum über die klassischen Risikoprämien (Aktien, Zins, Währung, Rohstoffe oder Immobilien) hinaus.

Je nach Indexmethode werden – basierend auf der Titelwahl des Ausgangsindex – alle oder ein Teil der Wertpapiere mit einer hohen Ausprägung des jeweiligen Faktors (oder auch mehrerer Faktoren) selektiert und danach gewichtet. Stilindizes hingegen beziehen sich bei der Auswahl der Titel auf den jeweiligen Faktor, folgen aber bei der Gewichtung der Marktkapitalisierung und sind deshalb nicht primär der Smart-Beta-Idee zuzuordnen. Dividendenstrategien werden zwar hauptsächlich als Ertragsquelle eingesetzt, ergänzen aber auch die Smart-Beta-Palette und werden daher dort eingeordnet. Smart-Beta-Investing ist demzufolge zwischen dem üblichen passiven und aktiven Management anzusiedeln. Exchange Traded Funds (ETFs) bieten dafür die optimalen Voraussetzungen für die praktische Umsetzung hinaus.


Entwicklung Smart-Beta-ETFs weltweit. Quelle: BlackRock, ETP Landscape, Ende Dezember 2014

Smarte Portfoliokonstruktionen mit Faktor-ETFs


Die Implementierung von Faktor-ETFs im Portfolio kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Aufgrund des breiten Angebots und der Vorteile von börsengehandelten Indexfonds ist der Einsatz sowohl taktisch als auch für langfristige Anlagen geeignet. Außerdem können sie als Einzelbausteine oder auch in Kombination einen Mehrwert für das Portfolio bieten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Faktoren nicht grundsätzlich die Antwort auf eine Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils sind. Die Anlage sollte wohl überlegt sein und weder die rein passiven noch aktiven Strategien ersetzen. Wohingegen zum Beispiel das Timing im taktischen Bereich eine wesentliche Rolle spielt, sind Überrenditen langfristig wahrscheinlicher.