„Europäische Aktien laufen besser als amerikanische“

Peter E. Huber, Fondsmanager und Gründer von Star Capital

Peter E. Huber, Fondsmanager und Gründer von Star Capital

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Börse und Demographie haben einiges gemeinsam. So lässt sich die demographische Entwicklung aufgrund recht konstanter Einflussfaktoren wie der rückläufigen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung (die Geburtenrate hat sich in Deutschland übrigens in den letzten 50 Jahren halbiert) langfristig relativ gut bestimmen.

Kurz und mittelfristig ist sie dagegen praktisch nicht prognostizierbar. Wer kann schon wissen, wie viele Kinder 2014 gezeugt werden? An der Börse ist es ähnlich.

Die langfristige Entwicklung lässt sich aufgrund recht konstanter Einflussfaktoren wie der durchschnittlichen Gewinnwachstumsrate der Unternehmen (1,6 Prozent seit 1880) und der durchschnittlichen Bewertung (Shiller-Kurs/Gewinn-Verhältnis von 16,5 und Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,1) recht gut abschätzen.

Auf kurze und mittlere Sicht können die Börsen aber deutlich von diesen Durchschnittswerten abweichen und sind deshalb nicht prognostizierbar. Auch sind die Märkte kurzfristig sehr effizient.

Nicht nur alle bekannten Informationen sind bereits in den Kursen enthalten, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich der weiteren Konjunktur- und Börsenentwicklung. Niemand kann also voraussehen, wo sich der Dax am Jahresende befindet.

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Viele Anleger haben den bisherigen Börsenaufschwung ganz oder teilweise verpasst und wollen nicht den steigenden Kursen hinterher rennen. Oder sie trauen dem Anstieg nicht und denken an Gewinnmitnahmen.

Dax-Stand von 20.000 Punkten oder mehr

Nach unseren Berechnungen werden die Märkte in zehn bis zwölf Jahren aber substanziell höher stehen als heute. Wir gehen von einem Dax-Stand von 20.000 Punkten oder mehr aus. Eine Meinung, die wir übrigens seit Jahren vertreten.

Es gibt daneben noch viele weitere Hinweise, dass der aktuelle Aufwärtstrend noch lange nicht beendet ist. Die Erfahrung der letzten 40 Jahre zeigt, dass es an den Börsen erst dann gefährlich wird, wenn die Konjunktur brummt, die Notenbanken anfangen zu bremsen und viele Anleger stark in Aktien engagiert sind.

Gerade der letzte Punkt ist in keiner Weise gegeben. So ist das Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland seit der Jahrtausendwende zwar stark gestiegen.

Davon profitiert haben aber nur Immobilien, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen sowie Bargeld und Einlagen. Der Bestand an Aktien ist dagegen sogar geschrumpft, was darauf hindeutet, dass steigende Kurse zum Verkauf genutzt worden sind.

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Über die kurz- bis mittelfristige Börsenentwicklung lassen sich wenig konkrete Aussagen treffen. Viele erwarten jetzt erst einmal eine stärkere Korrekturbewegung.

Diese ist jederzeit möglich und wäre nach dem bisherigen Kursanstieg auch wünschenswert. Man kann sich aber nicht darauf verlassen, dass sie auch kommt.