Fonds-Porträt: BB African Opportunities (Lux) Afrika: Kontinent der unberührten Anlagechancen

Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des BB African Opportunities (Lux)

Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des BB African Opportunities (Lux)

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Welche Investment-Story steht hinter Ihrem Fonds?

Das Fondsmanagement investiert vorwiegend in börsennotierte Unternehmen der aufstrebenden Länder Afrikas. Das sind in erster Linie Nordafrika und die Subsahara. Sie profitieren vom zunehmenden Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und ihren hohen Rohstoffvorkommen. Ein weiterer Pluspunkt: Sie bieten noch weitgehend unerschlossene Anlagepotenziale. Auch ausgewählte Investitionsmöglichkeiten in Südafrika, die besonders vom Aufschwung in Subsahara-Afrika profitieren, sind im Fonds vertreten.

Wie lassen sich das Anlageuniversum und der Investmentstil Ihres Fonds beschreiben?

Mittels einer gemischten bottom-up und top-down-Analyse konstruieren unsere Schwellenländer-Spezialisten ein Portfolio von 50 bis 70 Titeln. Dabei achten wir auf eine breite Streuung über Länder und Sektoren. Ausgewählt werden profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen, die von der starken strukturellen Wachstumsdynamik der Region profitieren und nach unseren strengen Kriterien als transparent, liquide und solide eingestuft werden. Das führt seit jeher zu einem der attraktivsten Risiko-Renditeprofile im Peer-Gruppenvergleich.

Bitte beschreiben Sie uns Ihren Investmentprozess näher.

Wir treffen unsere Anlageentscheidungen benchmark-unabhängig und nach fundamentalen Gesichtspunkten. Unsere Anlageideen stammen von verschiedenen Quellen wie etwa unseren regelmäßigen Besuchen in den verschiedenen Ländern der Region, Analysten-Reports unabhängiger Quellen, spezialisierten lokalen Brokern sowie aus unserem mittlerweile breiten Kontaktnetzwerk in den Regionen. Erfüllt ein Unternehmen Kriterien wie Liquidität, Transparenz und Marktkapitalisierung, achten wir im zweiten Schritt vor allem auf die mittel- bis längerfristigen fundamentalen Aussichten des Unternehmens. Erwartete Erträge stellen wir den möglichen Risiken gegenüber, um so ein ausgewogenes, risiko-balanciertes Portfolio für langfristig orientierte Investoren zu erzielen. Analysten im Team helfen bei der Auswertung und Analyse der verschiedenen Anlageideen. Die Verantwortung der Anlage-Entscheidungen trägt der leitende Portfolio Manager.

Was zeichnet Ihren Fonds aus?

Investoren haben mit unserem Fonds die Möglichkeit, am strukturellen Wandel und den damit verbundenen Wachstumspotenzialen teilzunehmen, der in ausgewählten afrikanischen Volkswirtschaften stattfindet. Wir sind tendenziell in Südafrika sowie in Rohstoffen untergewichtet, da sie bereits stark mit der globalen Wirtschaft verbunden sind. Der wirtschaftliche Aufschwung in Afrika verläuft nicht geradlinig, sondern wird auch künftig von politischen und wirtschaftlichen Krisen begleitet sein. Wir gehen deshalb risikokontrolliert und differenziert mit den Anlagemöglichkeiten um.

Welche durchschnittliche Rendite bei welcher Schwankungsbreite streben Sie an?

Unser Ziel ist eine annualisierte Rendite von 15 Prozent oder mehr (in US-Dollar). Gemessen am enormen Investitions- und Aufholpotenzial zahlreicher Länder in der Region ist das nicht unrealistisch. Die Schwankungsbreite der Kursentwicklung liegt mit 12 bis 15 Prozent über drei Jahre gerechnet teilweise sogar unter der von europäischen Aktien. Als aktiver Investor managen wir unser Portfolio recht unabhängig von der in der Benchmark DJ African Titans 50 Index gemessenen Struktur.

Für welche Zielgruppe eignet sich Ihr Fonds?

Der Fonds hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und wettbewerbsfähiges Kapitalwachstum zu erwirtschaften, welches sich primär aus den strukturellen Wachstumschancen einer aufstrebenden Region ergibt. Er eignet sich daher für private als auch institutionelle Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Aktien-Anlagen in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollen.

Welchen besonderen Rendite-Risiko-Eigenschaften sollten sich Anleger/ Investoren Ihres Fonds bewusst sein?

Wir sind für die langfristigen Entwicklungen in vielen Regionen des Kontinents positiv gestimmt. Dennoch kann es in den einzelnen Ländern naturgemäß zu wirtschaftlichen und politischen Krisen kommen. Diese können temporär zu Spannungen und erhöhter Volatilität an den Märkten führen. Für aufstrebende Frontier Markets ist das jedoch nichts Ungewöhnliches und letztlich der Preis, den Anleger für langfristig überdurchschnittliche Renditepotenziale in Kauf nehmen müssen. Somit sollte ein Engagement in afrikanischen Aktien lediglich eine Beimischung zu einem diversifizierten Portfolio darstellen. Anleger sollten imstande sein, temporäre Schwächephasen auszustehen oder sogar durch Aufstockungen nutzen zu können. Ein gestaffelter Einstieg ist in dieser Hinsicht durchaus empfehlenswert.

Welche Einzelposition, Branche oder Assetklasse hat sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders ausgezahlt? Bitte nennen Sie ein Investment-Beispiel.

Im Jahr 2013 waren internationale Investoren gegenüber Ägypten sehr negativ eingestellt. Gründe waren die politische Krise und die allgemein negative Berichterstattung der Presse. Unsere Analysen vor Ort haben aber gezeigt, dass viele Firmen weiterhin solide aufgestellt sind und Gewinne erwirtschaften. Lokale und aus den Golfstaaten stammende Investoren waren diesen Unternehmen gegenüber ebenfalls sehr optimistisch eingestellt. Wir haben die niedrigen Bewertungen genutzt, um unsere Aktien-Allokation in Ägypten zu erhöhen. Der Markt hat seitdem über 70 Prozent an Wert gewonnen.

Welche Einzelposition, Branche oder Assetklasse hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht wie erwartet entwickelt? Bitte nennen Sie ein Investment-Beispiel.

Nigeria und vor allem nigerianische Banken wie die First Bank of Nigeria und die Zenith Bank haben enttäuscht. So wurde aufgrund einer Intervention des Präsidenten der Zentralbank-Gouverneur Lamido Sanusi Lamido von seinem Posten entbunden. Das stellt die Unabhängigkeit der Zentralbank in Frage. Herr Sanusi war einer der bekanntesten Reformisten des Landes und genoss bei Investoren viel Respekt für seine Visionen. Die First Bank of Nigeria enttäuschte, weil sich neue Regulierungen der Zentralbank negativer ausgewirkt haben als erwartet. Bei der Zenith Bank stiegen die Kosten weit stärker als vorgesehen.

Wie schätzen Sie die kurz-/langfristige Entwicklung des Marktes ein, den Ihr Fonds abdeckt? Wie wollen Sie von dieser Marktentwicklung profitieren?

Der Fonds entwickelte sich im vergangenen Jahr deutlich besser als seine Benchmark, unsere Ägypten-Strategie hat sich in der zweiten Jahreshälfte ausgezahlt. Das Chance-Risiko-Verhältnis in Ägypten fällt allerdings nach der jüngsten Rally weniger attraktiv aus, weshalb wir einzelne Positionen abgebaut haben. Chancen orten wir nach wie vor im wachsenden Infrastruktursektor, etwa in Kenia und Nigeria, und investieren dabei beispielsweise in Unternehmen aus dem Zement- und Zuschlagsstoffbereich. Daneben breiten sich auch Informations- und Kommunikationstechnologien sehr rasch über den Kontinent aus, wovon Telekommunikations- und vermehrt auch Finanzdienstleister profitieren. Ausgewählte Konsumwerte in Ägypten und Kenia dürften weiterhin solides Wachstumspotenzial aufweisen, indes sind wir bei teilweise überteuerten Konsumwerten in Nigeria zurückhaltend.

Wir werden auch künftig unser Augenmerk auf die makroökonomischen Faktoren der Länder richten, wie etwa Leistungs- und Zahlungsbilanzen, Kapitalflüsse, Inflation oder Verschuldung und unsere Strategie gegebenenfalls anpassen. Die Richtung des US-Dollar-Kurses dürfte in unmittelbarer Zukunft eine wichtige Rolle für die Märkte spielen, in denen wir investiert sind.

Welche Argumente sprechen dafür, dass Ihr Fonds in Zukunft einen der vorderen Plätze in seiner Vergleichsgruppe belegen kann?

Afrika ist ein noch weitgehend unberührter Kontinent mit attraktivem Wachstumspotenzial. Die primären Wachstumstreiber wie der strukturelle Wandel, Reformen, Rohstoffvorkommen und Infrastrukturinvestitionen bieten vielversprechende Chancen. Zudem weisen afrikanische Titel eine geringe Korrelation auf – insbesondere zu den Aktienmärkten anderer Schwellenländer. Der Fonds punktet durch die Verwaltung von langjährig erfahrenen Schwellenländer-Spezialisten, die mit den lokalen Besonderheiten bestens vertraut sind. Aufgrund seines attraktiven Risiko-Renditeprofils trifft er sowohl bei Privatanlegern als auch bei institutionellen Investoren wie Family Offices, Vermögensverwaltern und Dachfonds auf hohes Interesse.