Fondsexperten liefern Antworten Die 4 wichtigsten Fragen für Fondsanleger 2016

Franzosen versammeln sich an der Place de la Republique in Paris, um den Opfern der Anschläge vom 13. November 2015 zu gedenken: Politische Risiken wie die neu aufgeflammte Terrorgefahr könnten den Märkten 2016 gefährlich werden. Foto: Getty Images

Franzosen versammeln sich an der Place de la Republique in Paris, um den Opfern der Anschläge vom 13. November 2015 zu gedenken: Politische Risiken wie die neu aufgeflammte Terrorgefahr könnten den Märkten 2016 gefährlich werden. Foto: Getty Images

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2016 wird kein einfaches Börsenjahr. In diesem Punkt ist sich die Fondsbranche weitgehend einig. Zu unsicher sind etwa die möglichen Folgen von politischen Entwicklungen wie der Flüchtlingskrise in Europa oder der seit den Anschlägen von Paris neu aufgeflammten Terrorgefahr. Auch die Zinsentwicklung in den USA dürfte für einige Windböen sorgen, vor allem in den Schwellenländern. Ebenso wie die neuen Regularien unter Mifid II, die unter anderem massive Anforderungen an Dokumentation und IT-Systeme der Fondshäuser stellt.

Wir haben namhafte Fondsgesellschaften nach ihrer Einschätzung zum Börsenjahr 2016 gefragt. Dabei gibt es auch gute Prognosen. Einen Crash an den Aktienmärkten erwartet von den Befragten zum Beispiel keiner. Und trotz aller Volatilität und Unsicherheit gibt es Produkte, mit denen Anleger jetzt gut aufgestellt sein sollten. Wir fassen Ihnen hier die wichtigsten Aussagen zusammen.

Was passiert an den großen Märkten?

Durch die Bank sagen die Experten den Industrienationen die besseren Chancen für 2016 voraus. Das liegt vor allem am Zusammenspiel aus einer durch den Binnenkonsum getriebenen Konjunktur, dem billigen Öl, einer niedrigen Inflation und einem sich weiter verbessernden Arbeitsmarkt in vielen Industrienationen.

Wie sieht es aber konkret in den einzelnen Märkten aus? „Für die USA prognostizieren wir ein positives, moderates Wachstum und einen stabilen Arbeitsmarkt. Unserer Meinung nach werden die USA 2016 als globaler Wachstumsmotor fungieren“, sagt Daniel Lösche, Investmentstratege bei Schroders. Dem stimmt auch Grant Bowers, Fondsmanager des Franklin U.S. Opportunities, zu. Die längerfristigen Wachstumstreiber für Sektoren wie Gesundheitswesen, IT und zyklische Konsumgüter seien nach wie vor intakt. „Viele Unternehmen halten fast rekordhohe Barmittelbestände, die sie unter anderem für höhere Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe, Forschung und Entwicklung sowie neuerdings auch für Fusionen und Übernahmen verwenden“, so Bowers. Und auch wenn aktuelle Daten darauf hindeuten, dass sich die Erholung am Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum im Sommer verlangsamt haben, erwartet der Franklin-Templeton-Mann stabile Konsumausgaben.



Recht positiv blicken die Fondshäuser auch in Richtung Europa: Schwacher Euro, niedriger Ölpreis und lockere Geldpolitik sorgten aktuell für Rückenwind an den europäischen Aktienmärkten. „Das Konsumklima in der Eurozone ist dieses Jahr allgemein besser geworden, was verschiedenen Faktoren wie der geringeren Arbeitslosigkeit in der Region zuzuschreiben ist“, sagt Uwe Zöllner, Chef für Europäische Aktien bei Franklin Templeton. Die Neuwagenzulassungen sind etwa ein Indikator, der diese Besserung des Konsumklimas vermuten lässt. Schließlich handelt es sich laut Zöllner dabei um die „ultimative nicht-notwendige Ausgabe“. In Italien und Spanien, die beide unter der Finanzkrise zu leiden hatten, gibt es Anzeichen für steigende Zulassungen.



Etwas anders sieht es in China aus. Hier erwarten die meisten Fonds-Experten, dass die Lage schwierig bleibt: „Die wirtschaftliche Abschwächung in China wird aus unserer Sicht anhalten, aktive Gegenmaßnahmen seitens Notenbank und Regierung sind jedoch darauf ausgerichtet, einer ‚hard landing‘ entgegenzuwirken“, sagt Uwe Röhrig, Senior-Aktienspezialist bei UBS Global Asset Management. Eine Belastung blieben der schwache Ölpreis, vor allem für Öl produzierende Länder, und der starke US-Dollar. Röhrig: „Die Historie hat gezeigt, dass gerade Schwellenländer Gegenwind verspüren, sollte der US-Dollar aufgrund einer Zinserhö- hung der Fed weiter erstarken.“ Trotzdem sei die Ausgangslage aber mit jener der vergangenen zwei Jahrzente nicht zu vergleichen, gibt Röhrig zu bedenken. „Dank flexiblerer Wechselkurse und hö- herer Währungsreserven sind die Schwellenländer deutlich resistenter geworden.“