Fondsgebundene Lebensversicherungen Warum das „Fondspolicen-Verkaufsgesetz“ bald wieder greifen könnte

Borussia-Dortmund-Star Robert Lewandowski beim Kopfball: Volle Konzentration gilt auch bei der Wahl der passenden Fondspolice. (Foto: Odd Andersen / AFP / Getty Images)

Borussia-Dortmund-Star Robert Lewandowski beim Kopfball: Volle Konzentration gilt auch bei der Wahl der passenden Fondspolice. (Foto: Odd Andersen / AFP / Getty Images)

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Zuerst müssen die Aktienmärkte eine gewisse Zeit nach oben laufen, erst dann zeigen Anleger wieder Interesse an Fondspolicen. Frank Mühlbradt nennt das Phänomen, das er seit Start der ersten Fondspolice vor über 40 Jahren beobachtet, das „Fondspolicen-Verkaufsgesetz“.

Bisher greife das Gesetz jedoch noch nicht, so der Bank-und Versicherungsprofessor an der OTH Regensburg und Leiter des Münchner Analysehauses Finanzresearch in seinem Fondspolicen-Report 2014: Im vergangenen Jahr sei der Absatz von Fondspolicen – von ganz wenigen Anbietern abgesehen – bei den deutschen Lebensversicherern eher mäßig gewesen.

Schon in den Vorjahren ist das Neugeschäft kontinuierlich geschrumpft (siehe Grafik). Häufig genannter Grund für die Zurückhaltung der Kunden ist die krisenbedingte Unsicherheit, gepaart mit schwankenden Aktienmärkten.


Jetzt warte die Branche mit Spannung darauf, dass Vermittler und Kunden das Produkt neu entdecken, erklärt Mühlbradt. Das könnte bald passieren. In der Maklertrendstudie 2013/2014 der Maklermanagement AG gaben 51 Prozent der vor rund einem Jahr befragten Makler an, eine anziehende Nachfrage nach Fondspolicen zu verspüren.

Die Marktbedingungen sprechen für das Produkt – vor allem, da die Alternative, die traditionelle Lebensversicherung, an Attraktivität verloren hat. Denn die Überschussbeteiligungen sinken, und ein Höchstrechnungszins von 1,75 Prozent auf den Sparbeitrag ist kein allzu starkes Verkaufsargument.

Bleibt die Deutsche Aktuarvereinigung bei ihrer Empfehlung vom Januar 2014, könnte der Zinssatz, den Versicherer Kunden maximal garantieren dürfen, zum Jahresanfang 2015 auf 1,25 Prozent sinken. Die Chancen für Policen mit stärkerem Renditepotenzial stehen also durchaus gut.

Für Berater ist die Wahl der passenden Fondspolice allerdings nicht einfach. Nicht nur Tarifbedingungen sind zu prüfen, sondern auch, was letztlich in der jeweiligen Police drin ist. Und deren Inhalt besticht durch Vielfalt.