Formaxx AG: „Die Störmanöver der Konkurrenz lassen uns kalt“

Ralf Steinmeister, Formaxx AG

Ralf Steinmeister, Formaxx AG

// //

DAS INVESTMENT.com: Die Financial Times Deutschland berichtet von Provisionsvorauszahlungen in Millionenhöhe, die Sie von Versicherern verlangt haben, um Finanzierungsprobleme zu kaschieren.

Ralf Steinmeister: Wir haben keinen Finanzierungsengpass. In der Tat haben wir Provisionsvorschuss-Vereinbarungen mit Versicherern. Dies ist ein branchenübliches Instrument der Unternehmensfinanzierung in der Finanzvertriebsbranche, dessen wir uns auch schon im vergangenen Jahr bedient haben. Wir nutzen dieses Instrument, wenn es uns günstiger kommt als beispielsweise ein Bankkredit.

DAS INVESTMENT.com: Wie kommt es zu den Medienberichten über den überdurchschnittlichen Finanzbedarf oder gar einen möglichen Verkauf von Formaxx?

Steinmeister: Ich sage ganz klar: Das sind Gerüchte, die seit Gründung unserer Gesellschaft von Branchenkonkurrenten gestreut werden, um uns zu schaden. Diese Störmanöver lassen uns kalt. Wir stehen definitiv nicht zum Verkauf. Das würde auch gar keinen Sinn machen, denn viele unserer Investitionen in der Anfangsphase sind nun abgeschlossen und führen zu erheblichen Verbesserungen in den Ver- und Betriebsprozessen. Zudem stehen wir kurz davor, unsere mit Unterstützung der Wissenschaft eigen entwickelte Berater-Software einzuführen, die uns ab 2011 eine starke Durchdringung des  Endkundenmarktes ermöglichen wird.

DAS INVESTMENT.com: Wie weit ist Ihre Software?

Steinmeister: Im März dieses Jahres haben wir bereits unser neues CRM-Tool an den Vertrieb ausgerollt. Unsere Beratungssoftware und das Konzept der „Deutschen Finanznorm“ werden derzeit in einem Live-Test mit ausgewählten Beratern geprüft. Nach einem halben Jahr Praxistest wollen wir sie Anfang 2011 flächendeckend einführen. Damit wird sich die Zahl der Kunden und auch der Berater weiter deutlich erhöhen.

DAS INVESTMENT.com
: Wie funktioniert die Beratung mit der Finanznorm?

Steinmeister: Die deutsche Finanznorm hilft Kunden bei der richtigen Entscheidung und Beratern bei der richtigen Empfehlung. Wir arbeiten mit einer Matrix aus sechs Bedarfsfeldern. Das ist zunächst die Sicherung der Gesundheit, des Vermögens und des Einkommens. Hinzu kommen Altersvorsorge, Haus und Familie, Vermögensaufbau. Die Norm definiert die Verwendung der freien Liquidität nach folgendem Regelwerk: Im ersten Schritt wird das persönliche Minimum über die Bedarfsfelder abgedeckt, im zweiten der aktuelle Lebensstandard gesichert. Im dritten und vierten Schritt wird der Lebensstandard erhöht und schließlich das Kapital gemehrt.

DAS INVESTMENT.com: Vor rund einem Jahr sprachen Sie im Interview mit DAS INVESTMENT.com von einer Cross-Selling-Quote von 3,2 und von einer Zielgröße beim durchschnittlich von einem Berater erwirtschafteten Umsatz in Höhe von 100.000 bis 120.000 Euro im Jahr. Sind diese Angaben noch aktuell und wie nahe sind sie der Zielgröße?

Steinmeister
: Die Cross-Selling-Quote hat sich nicht verändert, sie liegt nach wie vor bei 3,2. Die Zielgröße für den Umsatz auch nicht. Letztere wird zunehmend erreicht.

DAS INVESTMENT.com: Das Geschäftsjahr reicht bei Ihnen von Oktober 2008 bis September 2009. Wie hoch sind die Provisionserlöse in Euro?