Franklin-Templeton-Manager im Gespräch Herr Hoppe, was unterscheidet die Franklin Diversified Fonds von klassischen Mischfonds?

Matthias Hoppe ist Senior Vice President und Portfoliomanager bei Franklin Templeton Solutions. Der Multi-Asset-Experte gehört dem Haus seit 2008 an.

Matthias Hoppe ist Senior Vice President und Portfoliomanager bei Franklin Templeton Solutions. Der Multi-Asset-Experte gehört dem Haus seit 2008 an.

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DAS INVESTMENT: Was unterscheidet die Franklin Diversified Fonds von klassischen Mischfonds?

Matthias Hoppe: Unter Mischfonds wird häufig eine einfache Aktien-Renten-Allokation verstanden. Wir investieren in weitere Anlageklassen, etwa in Rohstoffe. Und wir haben klare Zielvorgaben: Für jeden Fonds wollen wir eine bestimmte Rendite über einen Zeitraum von drei Jahren erreichen – innerhalb festgelegter Volatilitätsspannen.

Um so das Risiko zu begrenzen?

Hoppe: Ja. Anleger haben in der Regel nur eine gewisse Risikotoleranz. Daher achten wir stark darauf, Verluste zu minimieren. Das schafft man am besten über Diversifizierung. Die Korrelationen der Assetklassen ändern sich jedoch im Lauf der Zeit. Aktuell ist die Korrelation zwischen globalen Aktien und Euro-Staatsanleihen positiv. Das heißt, eine Beimischung von Euro-Staatsanleihen zu einem Aktienportfolio liefert nicht unbedingt die gewünschte Risikostreuung. Wir achten daher auf eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Entwicklung der Anlagen beeinflussen.

Zum Beispiel?

Hoppe: Nehmen wir europäische Aktien und deren Abhängigkeit von den Weltbörsen. Europäische Aktien können sich nicht vollständig von anderen Märkten, etwa dem US-Aktienmarkt, abkoppeln. Dazu muss man auf die Sektoren achten: Vor allem der Finanzsektor ist in Europa ziemlich groß, er beeinflusst das Auf und Ab am Gesamtmarkt. Ein weiterer Faktor sind Währungen mit ihrer möglichen Wirkung auf die Wertentwicklung eines Portfolios.

Wie geht es dann weiter?

Hoppe: Wenn wir ein Portfolio zusammen-stellen, spalten wir es in seine Risikofaktoren auf. Wichtig ist, dass ein Risikofaktor nicht das Portfolio dominiert. Beispiel: Im Sommer 2014 waren wir positiv für den US-Dollar gestimmt. Wir haben kurzlaufende US-Staatsanleihen gekauft, ohne das Währungsrisiko abzusichern. Im März 2015 stellten wir fest, dass der Risikofaktor US-Dollar zu viel Gewicht erreicht hatte. Beim Franklin Diversified Balanced machte er rund 25 Prozent des Gesamtrisikos aus. Das heißt aber nicht, dass wir eine dominierende Allokation im US-Dollar hatten, hier gibt es keinen linearen Zusammenhang. Der Risikofaktor US-Dollar ist zum Beispiel ebenfalls bei US-Aktien relevant – und bei Aktien, die gar nicht in US-Dollar notieren, aber von seiner Entwicklung abhängig sind.

Aber ohne Risiko keine Rendite?

Hoppe: Ja. Wir versuchen, die Risikofaktoren, die man ja braucht, um Performance zu erzielen, möglichst gut zu streuen. Der Vorteil von Risikofaktoren ist, dass sie untereinander vergleichsweise wenig korrelieren. Auch sind die Korrelationskoeffizienten über die Zeit stabiler als zum Beispiel zwischen Aktien und Renten.