Früherer MEG-Chef vor Gericht Mehmet Göker schwänzt Prozessauftakt in Kassel

Mehmet Göker in der Türkei: Szene aus dem Dokumentarfilm über ihn

Mehmet Göker in der Türkei: Szene aus dem Dokumentarfilm über ihn

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Dem einstigen Star-Vertriebler Mehmet Göker wirft die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßigen Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen sowie Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz vor. Er soll demnach ab 2009 Daten von Interessenten und Kunden seines mittlerweile insolventen Unternehmens entwendet haben.

Laut der Anklage seien die entwendeten Datensätze verwendet worden, um private Krankenversicherungen zu vermitteln. Dadurch und mit dem Verkauf von Daten habe Göker Einnahmen von insgesamt 3 Millionen Euro erzielt.

Internationaler Haftbefehl gegen MEG-Gründer

An dem heute begonnenen Verhandlungsmarathon gegen ihn wird der in die Türkei geflüchtete 38-Jährige allerdings nicht teilnehmen, erklärte bereits im Vorfeld des aktuellen Strafverfahrens Gökers Rechtsanwalt Michael Nagel, der dem Prozessauftakt heute in Kassel krankheitsbedingt fernblieb. 

Nagel wirft der deutschen Justiz vor, kein faires Verfahren gegen seinen Mandanten zu führen. Außerdem fordert er die Aufhebung des internationalen Haftbefehls gegen den früheren MEG-Chef, zitiert ihn die Nachrichtenagentur DPA-AFX.