Garantiesysteme in Fondspolicen Welche Stellschrauben es in der Niedrigzinsphase gibt

EZB-Präsident Mario Draghi: Zwingt auch Fondspolicen-Anbieter zum Handeln (Foto: Getty Images)

EZB-Präsident Mario Draghi: Zwingt auch Fondspolicen-Anbieter zum Handeln (Foto: Getty Images)

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Fondspolicen-Anbieter müssten sich die Hände reiben. Im Prinzip. Denn das anhaltende Niedrigzinsniveau spielt ihnen geradewegs in die Hände. Führt es doch dazu, dass Sparer auf renditeträchtigere Anlageklassen setzen müssen, um eine auskömmliche Rente zu erzielen.

Weil die Deutschen aber ein sicherheitsliebendes Völkchen sind, muss die Fondspolice in der Regel auch eine Garantie bieten. Sonst bleibt sie im Regal liegen. Und da, bei der Garantie, schlagen die niedrigen Zinsen doch wieder zu. Denn die meisten Garantiesysteme in Fondspolicen greifen in irgendeiner Form auf Anleihen als sichere Anlage zurück.

Zum Beispiel das Garantiemodell, das der Premium-Tarifreihe der Zurich zugrunde liegt. Kern ist die Individuelle Constant Proportion Portfolio Insurance (I-CPPI) des Fondsanbieters und Zurich-Kooperationspartners Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM, ehemals DWS). Dabei gibt es je eine Wertsteigerungs- und eine Kapitalschutz-Komponente.

Erstere besteht aus Fonds, die auf Aktien, Derivate und Geldmarktinstrumente setzen, Letztere enthält auf Sicherheit ausgerichtete Rentenfonds. Je nach Restvertragslaufzeit, Aktienmarktentwicklung, Garantie und damit eben auch Zinsniveau, schichtet die DeAWM zwischen der Wertsteigerungs- und der Kapitalschutzkomponente um.

„Fallende Zinsen führen tendenziell zu einem höheren Investment in die Kapitalschutz-Komponente“, sagt Frank Trapp, Leiter Produktmanagement Leben bei Zurich. „Die sehr niedrigen Marktzinsen führten bei vielen Verträgen zu einer eher konservativen Ausrichtung. Im Durchschnitt hatten wir über unseren gesamten Bestand unter 50 Prozent Investment in die Wertsteigerungs-Komponente“, so Trapp weiter. Eine Situation, die dem Anspruch des Produkts nicht gerecht wurde.

Der Hebel steigt

Die Zurich beschloss zu handeln und drehte gemeinsam mit der DeAWM an drei Stellschrauben. „Zunächst haben wir die Gebühren für die Rentenfonds gesenkt, von durchschnittlich 0,75 Prozent pro Jahr auf 0,3 bis 0,5 Prozent“, so Frank Breiting, Chef für die private Altersvorsorge der DeAWM, gegenüber „Fonds Professionell“.

Dieser Schritt lasse mehr Spielraum für höhere Aktienquoten. Gerade bei Riester-Produkten – die ja mit einer Beitragsgarantie ausgestattet sein müssen – hat die Zurich damit neben Allianz, Condor und
Gothaer die günstigste Kostenquote im Markt, wie ein internes Papier von Morgen & Morgen zeigt.

Die zweite Stellschraube, an der der Versicherer gedreht hat, ist der I-CPPI-Multiplikator im Anlagemodell. Dieser Faktor legt das Verhältnis zwischen Wertsteigerungs-und Kapitalschutz-Komponente fest. „Im vierten Quartal 2013 haben wir den Multiplikator erhöht“, sagt Zurich-Produktmanager Trapp. Und zwar von 3,0 auf 3,6.

Als letzten Schritt schließlich hat die Zurich das DeAWM-System „Flexible Portfolio Insurance“ in die Policen eingebaut. Dieses beobachtet die Volatilität auf der einen und langfristige Trends auf der anderen Seite. So sollen innerhalb der Fonds der Wertsteigerungs-Komponente feinere Ein- und Ausstiege in den Aktienmarkt möglich sein, was wiederum die Renditechancen erhöhen kann.