Hollandfonds: „Wettbewerb um Immobilien wird überschätzt“

Peter Kallmeyer

Peter Kallmeyer

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DAS INVESTMENT.com: Deutsche Immobilienfonds sind in den Niederlanden bereits ziemlich präsent. Gibt es noch Standorte mit Potenzial?

Peter Kallmeyer: Das größte Potenzial haben unserer Meinung nach Top-Lagen in den sogenannten „zweiten Städten“. Damit meinen wir Städte in wirtschaftsstarken Regionen wie der Randstad, aber auch in Südholland. Wichtig ist, dass die Immobiliengröße zum Standort passt, um die Immobilie am Ende der Mietlaufzeit schnell wieder vermieten und dann auch verkaufen zu können.

DAS INVESTMENT.com: Wie schwer hat den holländischen Immobilienmarkt die Finanzkrise erwischt? Kallmeyer: Auch in Holland sind in der Krise die Leerstände gestiegen. Wie immer haben die Niederländer aber schnell reagiert. Amsterdam und Rotterdam haben Baustopps erlassen, weitere Städte wollen nachziehen. In Büroparks werden Flächen zu Wohnraum umgewidmet. Das zeigt bereits Wirkung, die Leerstandsraten normalisieren sich. Ein weiterer Grund für die anziehende Flächennachfrage: Die niederländische Wirtschaft ist ähnlich wie in Deutschland sehr schnell wieder angesprungen. Viele Unternehmen nutzen die günstige Gelegenheit und ziehen aus den Büroparks in die Innenstädte – der Trend in den Niederlanden heißt momentan „zurück in die Citys“.

DAS INVESTMENT.com:
Das heißt, dass jetzt nur noch zentrale Lagen gefragt sind?

Kallmeyer: Nein, natürlich nicht nur. Es gibt ja nach wie vor exzellent angebundene Büroparks mit reger Nachfrage, zum Beispiel am Amsterdamer Flughafen Schiphol. Allgemein beobachten wir, dass die Mieten in den Top-Lagen bereits wieder steigen, während sie in schlechter erreichbaren Standorten noch sinken beziehungsweise stagnieren. Der Abstand zwischen A- und C-Lagen wird also größer.