Immobilien für Logistiker und Anleger

Stefan Wundrak

Stefan Wundrak

// //

Logistikimmobilien führen bei deutschen Immobilienanlegern ein Schattendasein: Oft werden sie nur unter der Kategorie „Sonstige“ geführt, da ihr Anteil in den Portfolien institutioneller Anleger sehr gering ist. Ein regional zersplitterter Markt und die typischerweise im Logistik-Sektor anzutreffenden Ein-Mieter-Objekte, oft mit relativ kurz laufenden Mietverträgen, passen auf den ersten Blick kaum zum Anforderungsprofil institutioneller Investoren.

Wer sich dem Sektor dennoch nähert, eröffnet sich die Aussicht auf Renditen von sechs bis neun Prozent im Core bis Core Plus Spektrum. Bei ganzheitlicher Betrachtung von Risiko und Rendite wird eine Anlage in Logistikimmobilien somit durchaus zu einer interessanten Option. Das gilt in besonderem Maße für Objekte in Deutschland. Aus im Wesentlichen vier Gründen:
 
Erstens: die Bedeutung des Marktes für Logistikdienstleistungen. Auch wenn sie nur selten in den Schlagzeilen der Wirtschaftspresse auftaucht: die Logistikbranche ist in Deutschland gleich nach der Automobilindustrie und dem Einzelhandel der drittgrößte Wirtschaftszweig.

Zweitens: die günstige geografische Lage Deutschlands. In der Mitte Europas gelegen, drängt sich Deutschland als Drehkreuz für Gütertransporte ohnehin auf. Eine exzellente Verkehrsinfrastruktur und die im Ausland so bewunderten deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit, Geschwindigkeit und Effizienz lassen die Attraktivität des Standorts weiter steigen.

Drittens: die wirtschaftlichen Perspektiven. Die Stärke der deutschen Logistikbranche beruht entscheidend auf der globalen Stärke und dem Wachstum der deutschen Industrie. Gemessen am Gesamtvolumen der über die Grenzen bewegten Güter weltweit reiht sich das global gesehen kleine Deutschland auf Platz drei ein, nur knapp hinter den Kolossen China und den USA und weit vor der europäischen Konkurrenz.

Zudem profitieren Logistikobjekte immer auch von einem starken Einzelhandel, denn über die Hälfte des Flächenumsatzes entfällt direkt oder indirekt auf die Distribution für den Handel. Dabei gilt: Je mehr Einwohner und je höher die Kaufkraft, desto aktiver die Logistikdienstleister. Da Deutschland das einwohnerreichste europäische Land ist und seine Ballungsräume zu den am dichtesten besiedelten Regionen zählen, ist das Logistikaufkommen entsprechend groß. Zudem ist Deutschland in Europa der größte Markt für Online-Handel, und dieser Sektor erzielt seit zehn Jahren zweistellige Zuwachsraten.