Investieren in Wasser-Technologien Von Luftentfeuchtern und Nebelsammlern

Wassertropfen im Spinnennetz: Die Natur diente als Vorbild für Polyethelen-Netze, mit denen Nebel gesammelt und damit Wasser gewonnen wird.  | © Fotolia

Wassertropfen im Spinnennetz: Die Natur diente als Vorbild für Polyethelen-Netze, mit denen Nebel gesammelt und damit Wasser gewonnen wird. Foto: Fotolia

Hans-Peter Portner, Leiter Themen-Investments bei Pictet Asset Management

In der Wüste gibt es kein Wasser? Weit gefehlt. Auch in ausgedörrten Landschaften ist das kühle Nass zu finden – und zwar in der Luft. Die Herausforderung ist es, das Wasser aus der Luft zu lösen. Dieser Aufgabe haben sich bereits mehrere Forscher angenommen, und die Technologien sind schon so weit gereift, dass sie wirtschaftlich tragbar sind. Nicht nur in Wüsten werden innovative Arten der Wassergewinnung gebraucht. Weltweit haben laut der Weltgesundheitsorganisation immer noch knapp eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser.

Trinkwasser aus der Luft

Eine der führenden Entwickler auf diesem Gebiet ist das israelische Unternehmen Water-Gen. Seine Technologie „Genius“ soll dafür sorgen, dass dort Wasser zur Verfügung gestellt werden kann, wo es am dringendsten gebraucht wird, ohne teuren Transport, aber aus einer reichhaltigen Quelle, die niemals austrocknet – der Luft. Das System, das bereits in Indien, Mexiko und den USA installiert ist, kann 3.000 Liter zu 2 US-Cent pro Liter erzeugen.

Auch Aqua Sciences aus Florida macht Luft zu Trinkwasser. Die Notfallwasserstationen des Unternehmens können der Luft täglich bis zu 12.000 Liter Wasser entziehen. Die Systeme von beiden Firmen haben als Langfrist-Lösungen jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie brauchen Energie. Water-Gen beschäftigt sich daher gerade damit, wie Genius mit Solarenergie angetrieben werden kann.

ViciLabs aus den USA hingegen setzt bei seinem WaterSeer auf die Kraft des Windes. Etwa zwei Meter tief in der Erde wird ein Auffangbecken installiert, von dort führt ein Rohr an die Oberfläche. Mithilfe einer vertikalen Windturbine wird Luft in den unterirdischen Raum gesogen. Durch die umgebende Erde kühlt sich die Luft ab, und der Wasserdampf aus der Luft kondensiert. Eine „Plantage“ aus 80 dieser künstlichen Brunnen könnte genügend Trinkwasser für rund 1.500 Menschen liefern.