Konkurrenz aus Fernost China setzt zum Preiskampf mit Europa an

Ein Arbeiter bei der Fertigung eines Autos in einer Autofabrik in Zouping. Chinas Auto-Boom schwächt sich, große Teile des Maschinenbaus gehen die Zeiten zweistelligen Wachstums zu Ende. (Bild: Getty Images)

Ein Arbeiter bei der Fertigung eines Autos in einer Autofabrik in Zouping. Chinas Auto-Boom schwächt sich, große Teile des Maschinenbaus gehen die Zeiten zweistelligen Wachstums zu Ende. (Bild: Getty Images)

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An die dreißig Jahre haben Staatsausgaben, Exporte und günstige Kredite ein Wachstumsmodell getragen, mit dem beispielsweise die Automobil- oder Schwerindustrie in China einen wahren Boom erlebten. Die Nachfrage nach Produktionsanlagen stieg enorm. Heute ist dieses Wirtschaftsmodell an seine (auch) ökologischen Grenzen gestoßen. Die Folge: Chinas Wirtschaft verliert an Fahrt. Die Zeiten zweistelligen Wachstums sind passè. Es ist zu erwarten, dass auch der Investitionsanteil am Bruttoinlandsprodukt zurückgehen wird.

Ein weiterer wichtiger Faktor: Chinas Industrien holen bei den Qualitätsaspekten auf. Im Moment besteht noch ein offenkundiger Unterschied zwischen Herstellern aus China und solchen aus westlichen Industrienationen. Doch diese Lücke schließt sich gerade, wie wir bei unseren Besuchen lokaler Wettbewerber verschiedener Branchen feststellen konnten. Die Wettbewerber vor Ort bauen Know-how auf und verbessern ihre Produktionsverfahren – und das schneller, als gedacht.

Wir meiden Unternehmen mit starker Nachfrage aus China

Wo Produktqualität und Innovation ausschlaggebend sind, beherrschen jedoch immer noch die großen internationalen Akteure das obere Marktsegment. Angesichts der Produktionsverbesserungen und des rückläufigen Wachstums in China ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich chinesische Unternehmen weiter in Richtung technologischer Weltspitze bewegen und weitere Anteile der Wertschöpfungskette – auch über Chinas Grenzen hinweg – erobern. Für europäische Produzenten von Investitionsgütern droht dadurch ein kalter Gegenwind durch den dadurch ausgelösten Preiskampf. Für Anleger und Ihre Renditeansprüche im europäischen Investitionsgüterbereich ist daher die Titelauswahl in den kommenden Jahren ausschlaggebend. So wird Schroders nach Möglichkeit Unternehmen meiden, die auf eine starke Nachfrage aus China angewiesen sind. Das sind zum einen solche, die mittelfristig zu hohe Erwartungen schüren – beispielsweise riskanteste Endmärkte wie Immobilien. Zum anderen sind es Unternehmen, bei denen geringe Umstellungskosten für den Kunden die Wettbewerbsgefahr erhöhen.

Falls unsere Fondsmanager in Unternehmen mit Chinageschäft investieren, setzen wir bevorzugt auf Endmärkte mit strukturellem Wachstum. Dazu gehören die Bereiche Gesundheit und Konsumgüter. Hinzu kommen Unternehmen mit einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, der es ihnen ermöglicht, ihren Marktanteil ohne Margenverluste zu verteidigen.