Marktrisiko Banken drohen strengere Kapitalregeln

Die Bank for International Settlements in Basel, in der sich auch das Sekretariat des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht befindet. Der Ausschuss will die Vorschriften zum Marktrisiko erneut verschärfen. Foto: Getty Images

Die Bank for International Settlements in Basel, in der sich auch das Sekretariat des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht befindet. Der Ausschuss will die Vorschriften zum Marktrisiko erneut verschärfen. Foto: Getty Images

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Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht teilte mit, dass am Donnerstag veröffentlichte aktualisierte Vorschriften zu einem gewichteten mittleren Anstieg der Kapitalanforderungen für das Handelsbuch um rund 40 Prozent führen würden. Der revidierte Rechtsrahmen erhöht den auf Marktrisiken zurückzuführenden Anteil der risikogewichteten Aktiva von bisher rund sechs Prozent auf annähernd zehn Prozent, wie der Ausschuss mitteilte.

Dennoch sei die gesamte Kapitalbelastung für die Banken aufgrund der fundamentalen Überprüfung des Handelsbuchs, die 2019 in Kraft tritt, niedriger als es bei früheren Vorschlägen der Fall gewesen wäre, erklärte der Baseler Ausschuss, dem unter anderem die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Federal Reserve und die chinesische Notenbank angehören. Die Auswirkungen auf bestimmte Anlageklassen werden laut dem Ausschuss nicht gleichmäßig ausfallen und einige Banken stärker treffen als andere. Möglich ist demzufolge auch, dass einige Handels-Desks nicht mehr wirtschaftlich sind.

„Der Zweck des revidierten Marktrisiko-Rechtsrahmens ist es sicherzustellen, dass die standardisierten und auf internen Modellen basierenden Ansätze zum Marktrisiko glaubwürdige Ergebnisse beim Kapital bringen und eine konsequente Umsetzung der Standards in verschiedenen Rechtsräumen fördern", erklärte der Baseler Ausschuss.



Die Überarbeitung sei notwendig, um den Gesamtentwurf und die Kohärenz des Kapitalstandards für Marktrisiken zu verbessern und dabei auf die Erfahrungen mit problematischen Entwicklungen im Vorfeld der Finanzkrise zurückzugreifen, so die Aufsichtsbehörde. Begonnen wurde die Überarbeitung 2012, nachdem bereits 2009 eine erste Reihe von Änderungen bei Handelsregeln eingeführt worden war. Diese sollte Schlupflöcher schließen, die die Banken genutzt hatten, um die Risiken ihrer zum Handel vorgesehenen Aktiva kleiner darzustellen als sie waren.

Die Einschätzung des Baseler Ausschusses, dass die endgültigen Vorschriften einen insgesamt geringeren Anstieg bei den Kapitalanforderungen bringen werden, wird die Besorgnis der Branche zumindest teilweise zerstreuen. Vergangenes Jahr hatte ein von der International Swaps and Derivatives Association und anderen Branchenverbänden veröffentlichter Bericht die Kapitalanforderungen aufgrund des standardisierten Baseler Ansatzes auf das 4,2-fache des aktuell von den Banken gehaltenen Marktrisiko-Kapitals beziffert.