McKinsey sieht Trendwende „Erträge von Vermögensverwaltern werden schrumpfen“

Euromünzen. Das Gebührenmodell von Vermögensverwaltern ist bedroht: Unternehmensberatung McKinsey zeichnet ein düsteres Szenario | © Getty Images

Euromünzen. Das Gebührenmodell von Vermögensverwaltern ist bedroht: Unternehmensberatung McKinsey zeichnet ein düsteres Szenario Foto: Getty Images

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Die deutsche Asset-Management-Industrie kann nicht klagen: Ihr Geschäft brummt. Seit der Finanzkrise sind die Gewinne von Vermögensverwaltern in luftige Höhen gestiegen. Befördert wurde die Entwicklung vor allen Dingen durch die notorischen Niedrigzinsen und die gute wirtschaftliche Entwicklung: Wo viel Geld vorhanden ist, kann auch viel angelegt werden.

Laut einem Bericht des Handelsblatts sieht die Unternehmensberatung McKinsey allerdings dunkle Wolken am Horizont aufziehen: Auch wenn Vermögensverwalter im vergangenen Jahr nach McKinsey-Schätzungen rund 2,8 Milliarden Euro verdient haben, dürfte sich das Blatt bald wenden. Denn die Asset Manager stehen vor einer Reihe von Belastungen.

Ein besonders wunder Punkt seien die Verwaltungsgebühren. Vor allem institutionelle Großanleger sicherten sich mittlerweile so günstige Sonderbedingungen zu, dass Asset Manager an ihnen kaum mehr verdienen könnten. Internationale Wettbewerber versuchten sich bei den Gebühren immer weiter zu unterbieten. Laut McKinsey-Seniorpartner Philipp Koch zahlten einige institutionelle Anleger mittlerweile Jahresgebühren von unter 0,01 Prozent des verwalteten Kapitals. Aus solch niedrigen Gebühren könnten Vermögensverwalter kaum noch Erträge erwirtschaften. 2016 sei deren Gewinnmarge im Geschäft mit institutionellen Investoren nach Erkenntnissen von McKinsey bereits auf 0,058 Prozent des verwalteten Vermögens geschrumpft. Ein Gebührenkiller ist auch der Trend zu passiven Produkten: Viele Großanleger griffen immer stärker auf kostengünstige Indexprodukte statt auf aktiv gemanagte Fonds zurück.

Und das ist erst die Spitze des Eisbergs. Denn ein noch größeres Problem lauert gemäß McKinsey im Geschäft mit Privatkunden. Hierüber generierten Vermögensverwalter immerhin rund 70 Prozent ihrer Gewinne. Die schrittweise Verlagerung des Geschäfts ins Internet sowie die Transparenzanforderungen, die Mifid II stellt, hätten massive Auswirkungen auf die Vergütung der Vermögensverwalter. Mit der Abschaffung von verdeckten Vertriebsprovisionen kämen Vermögensverwalter auch um einen wichtigen Teil ihrer Einnahmen. Gleichzeitig hätten sie jedoch immer höhere Kosten zu stemmen, um den Anforderungen der Finanzmarktregulierung gerecht zu werden.