Mittelzuflüsse im Februar Europäischer ETF-Markt liegt weit vor 2016-Geschäft

Fannie Wurtz, Managing Director von Amundi ETF, Indexing & Smart Beta

Im Februar verbuchten ETFs in Europa 9,8 Milliarden Euro an neuen Mitteln. Davon entfielen 6,4 Milliarden Euro auf Aktien- und 3,1 Milliarden Euro auf Anleihe-ETFs. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Nettomittelzuflüsse durch den französischen Vermögensverwalter Amundi hervor, für die 2.050 europäische ETFs untersucht wurden.

Welt, Schwellenländer und Europa

Globale Aktien-ETFs lagen demnach mit Blick auf die regionalen Anlageschwerpunkte im Februar 2017 vorn. Währungsgesicherten ETFs auf globale Aktien flossen im Februar 596 Millionen Euro beziehungsweise ungesicherten ETFs 335 Millionen Euro zu. Hintergrund war eine freundlichen Konjunkturentwicklung, die – vor allem in den USA, der Eurozone und Japan – durch eine starke Binnennachfrage und leicht anziehende Investitionen sowie – vor allem in Asien – durch gute Außenhandelszahlen angetrieben wurde.

ETFs auf Schwellenländeraktien flossen im Februar 628 Millionen Euro zu. Obwohl die Rahmendaten von Land zu Land differieren, sind Schwellenländer für viele Anleger wegen günstiger Bewertungen, oft unterbewerteter Währungen und dem Aufholpotenzial wegen der Untergewichtung in vielen Portfolios weiterhin attraktiv.

Auf dem dritten Platz rangieren im Februar ETFs auf europäische Aktien mit einem Plus von 430 Millionen Euro. Hintergrund sind besser als erwartete Wirtschaftsindikatoren und die im Vergleich zu den USA günstigere Phase im Wirtschaftszyklus, in der ein geringerer Inflationsdruck droht. Gebremst wurde die Nachfrage hingegen wegen politischer Risiken.

Japan-Aktien-ETFs liegen vorn

Auf Einzelländerbasis lagen im Februar Japan-Aktien-ETFs vorn. Nicht-währungsgesicherten ETFs flossen hier 701 Millionen Euro und währungsgesicherten ETFs 255 Millionen Euro zu. Die Trendwende bei den Investitionen im vierten Quartal 2016 sowie sich weiter verbessernde Konjunkturzahlen im ersten Quartal 2017 bestimmten das Bild in Japan. Der wesentliche Faktor bleibt in Japan weiterhin die Fiskalpolitik. Zudem plant die Bank of Japan, die zehnjährigen Zinsen auf absehbare Zeit auf der Nulllinie zu halten.

Bei Smart-Beta-ETFs dominiert der Faktor „Value“ mit Zuflüssen im Februar von 944 Millionen Euro. Es folgen mit Abstand „Size“ mit einem Plus von 150 Millionen Euro und „Mid-Cap“ mit 136 Millionen Euro.

Anlageschwerpunkte bei Bond-ETFs

Auf der Bond-Seite lagen ETFs auf Schwellenländer-Staatsanleihen mit Zuflüssen von 1,3 Milliarden Euro im Februar vorn. US-Inflation-linked-Bonds verbuchten ebenfalls erhebliche Nettomittelzuflüsse in Höhe von 852 Millionen Euro. Höhere Inflationserwartungen veranlassen Investoren gezielt, auf diese ETF-Kategorie zu setzen. Mit Blick auf steigende US-Zinsen waren Floating-Rate-Note-ETFs, denen 528 Millionen Euro zuflossen, ebenfalls stark gefragt.

Steigende Zinsen belasten die Bond-Performance und veranlassen Investoren, Staats- und Unternehmensanleihen den Rücken zu kehren und sich Treasury-Anleihen mit Inflationsschutz (Treasury Inflation Protected Securities – TIPS) und Floating Rates Notes (FRN) zuzuwenden

Quelle: Bloomberg Finance LP - Amundi ETF, Indexing & Smart Beta per 28.02.2017; Grafik: Amundi