ODDO BHF Ausblick 2018 Weltweiter Aufschwung hat weiter gute Chancen

Neujahrfeier in New Yorks Chinatown: Die USA und China trumpfen weiter mit festen Konjunkturdaten auf | © Getty Images

Neujahrfeier in New Yorks Chinatown: Die USA und China trumpfen weiter mit festen Konjunkturdaten auf Foto: Getty Images

Im Aktienbereich war der Haupttreiber der Verkaufswelle die Auflösung quantitativer Strategien, die auf den Verkauf von Volatilität setzen. Hier waren die Anleger gezwungen, ihre Optionsverkäufe durch entsprechende Aktienverkäufe zu decken, um das Risikoniveau stabil zu halten. Bislang jedoch ist keine deutliche Sektorrotation zu erkennen, die auf einen Trendwechsel hindeuten würde.

Auf der Rentenseite (insbesondere im spekulativen Hochzinssegment) zeigten sich Anleger ruhig und konzentrierten sich auf die Veröffentlichung der Unternehmensergebnisse. Auch im Währungsbereich war keine „Flucht in Qualität“ zu beobachten, die auf einen Paradigmenwechsel hindeuten würde, das heißt. einen Rückzug in den Yen, den Schweizer Franken oder den US-Dollar als sicheren Hafen. Ein weiterer Punkt: Der Anstieg der Anleiherenditen – Ausgangspunkt der Korrektur – hat sich nicht beschleunigt. Vielmehr sind sie um rund 10 Basispunkte gefallen, was Ängste vor einer schnell anziehenden Inflation oder einer zügigeren Abkehr von der lockeren Geldpolitik entkräften sollte.

Aktien bleiben übergewichtet

An unserer zu Jahresbeginn formulierten Strategie – Übergewichtung von Aktien und größtmögliche Begrenzung der Duration – halten wir auch angesichts der jüngsten Marktentwicklung fest. Bei Betrachtung der reinen Fakten ist die aktuelle Situation keine andere als schon zu Jahresbeginn: Die Frühindikatoren präsentieren sich überaus solide sowohl auf makroökonomischer Sicht (mit nach oben korrigierten Wachstumsaussichten in den USA wie auch der Eurozone) als auch, was die Gewinnwachstumserwartungen angeht. Vor diesem Hintergrund nehmen wir aktuell keine Änderung am Anlagemix unserer Multi-Asset-Portfolios vor.

Dennoch gilt: Wachsam bleiben! Besonders genau werden wir im Auge behalten, wie schnell die Zinsen am langen Ende steigen, sowie Anzeichen für Inflation, Risikoindikatoren (Volatilität) und vor allem die Anlagekapitalflüsse, die die Marktdynamik bestimmen werden. Die Fundamentaldaten und Geschäftsklima-Umfragen deuten weltweit auf eine Fortsetzung des globalen Aufschwungs hin, der in den meisten Ländern durch die Binnennachfrage getragen wird. Daneben gibt es zunehmende Anzeichen für weltweit steigende Investitionsausgaben. Infolgedessen entwickelt sich der globale Handel weiter robust und gibt dem globalen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zusätzlich Auftrieb.

Anhaltende Expansion in den Industrieländern

In den USA hält der Zyklus fast neun Jahre an, aber dank Steuersenkungen, geringer Inflation und anhaltend akkommodierender Geld- und Fiskalpolitik zeichnet sich für 2018 und 2019 eine Fortsetzung ab. Wir erwarten für 2018 und 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2 Prozent oder mehr. Da hinsichtlich der endgültigen Ausgestaltung der Steuerreform noch Unsicherheit herrscht, ist es schwierig, deren Auswirkungen auf unsere Prognosen einzuschätzen. Die positive Wirkung auf unsere Prognose würde in unserem Basisszenario zwischen +0,1 Prozent bei geringem Multiplikatoreffekt und +0,5 Prozent bei höherem Multiplikatoreffekt betragen. Eine Fortsetzung des aktuellen Zyklus bis über Mitte 2019 hinaus – wovon wir ausgehen – würde die längste Expansionsphase in der Geschichte seit 1857 bedeuten.

In der Eurozone verbreitert sich derzeit der jüngste Aufschwung in allen Ländern. Nach den finalen Daten für das dritte Quartal 2017 lag das sequentielle Wachstum in der Eurozone bei 0,6 Prozent und damit nur knapp unter den 0,7 Prozent im 2. Quartal 2017. Im Jahresabstand liegt das Plus bei 2,6 Prozent, höchster Anstieg seit dem ersten Quartal 2011. Auch Deutschland (mit 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr), Frankreich (mit 0,5 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent) sowie Spanien (mit 0,8 Prozent und 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr) legten deutlich zu. Dank der fortgesetzt expansiven Geldpolitik und günstigen Kreditbedingungen dürfte das Wachstum noch einige Zeit über dem Potenzial liegen.