Ökoworld-Chef Alfred Platow über AKW Tihange „Wir haben unsere Mitarbeiter mit Jodtabletten ausgestattet“

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Bitte endlich abschalten, und nicht durch deutsche Brennstäbe auch noch gefährlich aufrüsten. Eine Nuklearwolke aus dem beschädigten belgischen Atommeiler Tihange wäre in drei Stunden in Aachen und könnte dann weiterziehen nach Köln, Düsseldorf und in das Ruhrgebiet.

Für den Notfall sind in NRW 10 Millionen Jodtabletten eingelagert, und ein Krisenstab inklusive mobiler Dekontaminationscontainer stehen bereit. Dadurch wird aber im Ernstfall weder eine Panik vermieden, noch werden sie vor der radioaktiven Strahlung und den verheerenden Folgen schützen.

Unsere Gesundheit leichtfertig aufs Spiel gesetzt

Zusätzlich zur generell und bundesweit nicht gelösten Atommüllentsorgung werden hier bewusst und leichtfertig das Menschsein und unsere Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Wollen wir ein zweites Tschernobyl provozieren und ein neues Fukushima noch dazu?

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit hat mitgeteilt, dass in den vergangenen neun Monaten 16 Transporte mit insgesamt 68 Brennelementen aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Lingen in das belgische Kraftwerk Tihange geliefert worden sind. Das ist ungeheuerlich, macht uns Angst und macht uns wütend.

In den vergangenen Monaten wurden tausende Risse in einem Reaktordruckbehälter entdeckt. Wir haben unsere Mitarbeiter in Hilden und Luxemburg bereits vorsorglich mit Jodtabletten ausgestattet.

Wie kann es sein, dass nun deutsche Brennstäbe als potentielle Massenvernichter der Menschheit nach Belgien geliefert werden?