Pro & Contra Goldminenaktien: Glänzende Renditetreiber oder mit Vollgas in den Abgrund?

Stephan Albrech (li.), Chef der Vermögensverwaltung Albrech & Cie., argumentiert gegen Stefan Duchateau, Berater des PTAM Global Allocation UI | © Foto rechts: Wim Kempenaers

Stephan Albrech (li.), Chef der Vermögensverwaltung Albrech & Cie., argumentiert gegen Stefan Duchateau, Berater des PTAM Global Allocation UI Foto: Foto rechts: Wim Kempenaers

Von seinem Allzeithoch am 6. September 2011 ist der aktuelle Goldpreis derzeit deutlich entfernt. Damals notierte die Feinunze bei 1.920 Dollar, heute gerade einmal bei 1.250 Dollar. Allerdings nimmt der Goldpreis seit Anfang 2017 einen erneuten Anlauf, sich zu alten Höhen aufzuschwingen. Bereits im ersten Halbjahr 2016 sah es danach aus, als könne sich das Edelste aller Metalle von seinem nahezu fünf Jahre andauernden Absturz nachhaltig erholen.

Mitte vergangenen Jahres legten Anleger dann aber den Schalter wieder um und konzentrierten sich mehr denn je auf risikoreiche Anlagen wie Aktien. Dort sahen sie angesichts nach wie vor extrem niedriger Zinsen und der allgemein guten Verfassung der Weltkonjunktur die besseren Chancen.

Spätestens seit Jahresbeginn richten sich jedoch viele Blicke wieder auf die potenziellen Risiken für die Finanzmärkte, die in erster Linie politischer Natur sind. Seit Anfang Januar hat der Goldpreis auf Dollar-Basis um knapp 6 Prozent zugelegt. Für in Euro rechnende Anleger fällt die Bilanz mit knapp 3 Prozent nicht ganz so goldig aus. Der stärker werdende Dollar hat hier die Performance verwässert.

Unabhängig von Währungseinflüssen scheinen die Aussichten auf wieder steigende Zinsen in den Vereinigten Staaten dem Goldpreis nicht zu schaden. Denn steigende Zinsen lassen im Allgemeinen eine sinkende Attraktivität des knappen Rohstoffs erwarten. In der Regel sind es drei weitere Faktoren, die die Goldnachfrage beeinflussen: Saisonale Einflüsse, Angst und Spekulation.

Religiöse Feierlichkeiten wie das christliche Weihnachten oder die Hochzeitssaison in Indien führen in der Regel im Schlussquartal eines jeden Jahres zu einer verstärkten Nachfrage nach Goldschmuck. Gekauft wird Gold traditionell auch, um sich vor Inflation und sonstigen Krisen zu schützen.

Ob Gold in Krisenzeiten überhaupt Schutz bietet beziehungsweise in welchem Ausmaß, das liefert immer wieder Zündstoff für Diskussionen zwischen Gold-Fans und Kritikern. Dass Gold keine Zinsen bietet, ist vielen ebenfalls ein Dorn im Auge. Angesichts der Nullzinsen an den Kapitalmärkten fällt dieses Argument derzeit aber eher weniger ins Gewicht.

Denjenigen, die mit Gold Geld verdienen möchten, bleibt also nur die Hoffnung auf steigende Preise. Effektiver, aber auch risikoreicher, ist das Investment in Goldminenaktien. Diese nehmen Preisschwankungen am Goldmarkt zumeist stärker mit als physisches Gold – sowohl nach oben als auch nach unten. Der NYSE Arca Gold Bugs Index, der die globale Entwicklung von börsennotierten Goldminenbetreibern widerspiegelt, liegt seit Jahresbeginn allerdings mit einem Plus von gut 6 Prozent in etwa gleichauf mit physischem Gold.

Wie stark aber der Hebel von Goldminenaktien tatsächlich sein kann, hat das Jahr 2016 gezeigt. Während zwischen Anfang Januar und Ende Juli der Goldpreis in Dollar gerechnet um circa 30 Prozent zulegte, schaffte der Minen-Index 150 Prozent.

Dass dies aber grundsätzlich auch in die andere Richtung gehen kann, moniert Stefan Duchateau. Für den Manager des PTAM Global Allocation UI ist Gold ohnehin eher eine Glaubenssache als ein vernünftiges Investment. Stephan Albrech, Berater des Albrech & Cie Optiselect, schwärmt hingegen von der geringen Korrelation, die Goldminenaktien gegenüber dem breiten Aktienmarkt hätten. Er sieht mit Spannung den nächsten Monaten entgegen, in denen Goldminenaktien den Turbo zünden könnten.