Risiko-Kennzahlen Welche Stärken und Schwächen haben Risikomaße?

Risiko-Kennzahlen: Bei Kapitalanlagen gilt, dass es keine Rendite ohne Risiko gibt. Spezielle Kennzahlen geben Aufschluss darüber, unter welchen Risikobedingungen in der Vergangenheit die Renditen erzielt wurden | © Ae11615/iStock

Risiko-Kennzahlen: Bei Kapitalanlagen gilt, dass es keine Rendite ohne Risiko gibt. Spezielle Kennzahlen geben Aufschluss darüber, unter welchen Risikobedingungen in der Vergangenheit die Renditen erzielt wurden Foto: Ae11615/iStock

„Risiko“: Was den Mitspielern der ZDF-Ratesendung „Der große Preis“ in den 70er und 80er Jahren vielfach eine willkommene Chance bot – die Generation 40 plus erinnert sich –, gilt den meisten Kapitalanlegern als notwendiges Übel, das so weit wie möglich zu beschränken ist. Doch worin besteht das Risiko bei einer Geldanlage überhaupt?

Die Antwort fällt je nach Anleger ganz unterschiedlich aus: Während es für den einen ein untragbares Risiko bedeutet, zwischenzeitlich einen kleineren oder größeren Anteil seines Vermögens durch Kursschwankungen zu verlieren, sieht der andere das größte Risiko darin, sich durch weitestgehend risikolose Anlageformen jeglicher Ertragschancen zu berauben.

Das zinslose Risiko

Klar ist allerdings heute, was Anlegern zu Quizmaster Wim Thoelkes Zeiten noch kaum denkbar erschien: Ganz ohne Risiko lassen sich mittlerweile keine auskömmlichen Erträge mehr erwirtschaften. Denn auch die einst weitgehend sicheren Sparformen wie etwa deutsche Staatsanleihen bergen mehr denn je ein solches: das Risiko des schleichenden Kaufkraftverlusts.

Doch wie viel Risiko kann, darf und muss es sein, um erträgliche Erträge zu erwirtschaften, und wie lässt es sich einschätzen? Eine ganze Reihe von Kennzahlen hilft Anlegern, das rechte Risikomaß festzulegen. Aber nur wer versteht, welche Risiken wie erfasst werden, kann diese Zahlen für überlegte Investment-Entscheidungen nutzen und gerechtfertigte Erwartungen hinsichtlich der Ergebnisse seiner Kapitalanlagen entwickeln.

Stärke der Schwankung

„Eine der am weitesten verbreiteten Risikokennzahlen ist die Volatilität oder Schwankungsintensität einer Anlage“, erklärt Max Widmer, Portfoliomanager im Invesco Global Asset Allocation Investmentteam. Das ist kein Wunder, gehen doch mit höheren Schwankungen auch regelmäßig höhere Verlustrisiken einher – dies gilt zumindest über begrenzte Zeiträume hinweg.

Konkret misst die Volatilität die Abweichungen der Wertentwicklung von einem Erwartungs- oder Durchschnittswert, die innerhalb festgelegter Zeitintervalle bezogen auf einen Gesamtzeitraum stattfinden– also beispielsweise die zu erwartenden börsentäglichen oder monatlichen Schwankungen innerhalb eines Jahres.

Mathematisch als sogenannte Standardabweichung errechnet, erlaubt die Darstellung der Volatilität dabei auch den direkten Vergleich der historischen Schwankungen unterschiedlicher Wertpapiere oder Fonds. Sie veranschaulicht nicht nur, wie die jeweiligen Anlagenwerte in der Vergangenheit geschwankt haben, sondern auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in der Zukunft schwanken werden.