Trotz schwerer politischer Konflikte Dirk Müller: Deshalb wird der Ölpreis immer weiter fallen

Dirk Müller auf der DKM | © Oliver Lepold

Dirk Müller auf der DKM Foto: Oliver Lepold

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„Von Portugal bis Wladiwostok in der Krise“

„Das Schicksal der Welt entscheidet sich auf dem eurasischen Kontinent“, erklärt der Börsenexperte Dirk Müller in seinem Vortrag auf der DKM. Schließlich seien über 75 Prozent der Weltbevölkerung und 75 Prozent der Rohstoffe auf diesem Kontinent beheimatet. Und der Kontinent steckt laut Müller komplett – „von Portugal bis Wladiwostok“ – in der Krise.

Der Brexit sei gar nicht so tragisch gewesen, sagt Müller. Sollte aber Großbritannien ohne EU erfolgreicher sein, könnten auch andere Länder auf die gleiche Idee kommen. Europa drifte mittlerweile immer stärker auseinander, nationalistische Bewegungen in den einzelnen Ländern nähmen zu, so der Börsenexperte. Hinzu komme die Flüchtlingskrise, die noch lange nicht ausgestanden sei.

Syrien: „Menschenrechtsverletzungen nur vorgeschoben“

Im Nahen Osten unterdessen gerate die Situation immer mehr außer Kontrolle, so Müller weiter. Im Syrien-Krieg gehe es ausschließlich um geopolitische Interessen der beteiligten Großmächte USA und Russland. Der Kampf um Menschenrechte sei nur vorgeschoben: Menschenrechtsverletzungen durch das Assad-Regime habe es jahrzehntelang gegeben, allerdings hätte sich der Westen vorher nie dafür interessiert.  

„Die Situation ist jetzt schlimmer als die Kuba-Krise 1962“, sagt Müller. Damals sei die Welt zweigeteilt gewesen, aber die Sowjetunion und die USA hätten ihre roten Linien gekannt und respektiert. Jetzt schwele im Nahen Osten ein Konflikt zwischen zwei Atommächten an. „Wie gefährlich diese Situation ist, ist an den Märkten aber noch nicht angekommen“.