UBS AM zu Schwellenländeraktien Eine vernachlässigte Anlageklasse nimmt Fahrt auf

Die „globale Mittelschicht“ wächst und wird 2030 zu zwei Drittel in Asien leben | © Getty Images

Die „globale Mittelschicht“ wächst und wird 2030 zu zwei Drittel in Asien leben Foto: Getty Images

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Nach einer langen Durststrecke haben sich Schwellenländeraktien 2016 wieder erholt. Der MSCI Emerging Markets Index erzielte eine Jahresrendite von 11,1 Prozent und blieb damit nur knapp hinter dem S&P 500 mit 11,9 Prozent zurück (siehe Abbildung 1). Zugleich schaffte das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern die Wende. Diese positive Entwicklung hat sich 2017 fortgesetzt: Der MSCI Emerging Markets Index stieg schon im ersten Quartal um 11,4 Prozent, verglichen mit 5,5 Prozent beim S&P 500. Einige wichtige Faktoren können als gute Vorzeichen für die Wertentwicklung von Schwellenländeraktien in den kommenden Jahren gelten:

  • Verbesserte Schlüsselindikatoren wie Wirtschaftswachstum, Unternehmenserträge und Ertragskraft.
  • Potenzial für steigende Einkommen und Konsumwachstum.
  • Schnelle Übernahme von Technologien/Internet öffnet neue Wege zu den Verbrauchern.
  • Attraktive Bewertungen im Vergleich zu Industrieländeraktien.
Nach einigen Jahren der schwächeren Entwicklung beginnen sich die Schwellenländer zu erholen

Schnelleres Wachstum in einer langsam wachsenden Welt

In den Jahren nach der Finanzkrise 2008–2009 hat sich die Weltkonjunktur erheblich verlangsamt. Doch während die Industrieländer zurücksteckten, zeigte sich in den Schwellenländern ein Licht am Horizont – sie erreichten noch 2009, am Tiefpunkt der Wirtschaftskrise, ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,9 Prozent. Im Gegensatz dazu brachen die Industrieländer im gleichen Jahr um 3,4 Prozent ein[1]. Und trotz der Unsicherheit, die nach den letztjährigen Überraschungen beim Brexit-Votum und der US-Präsidentschaftswahl zurzeit herrscht, wuchs das BIP in den Schwellenländern 2016 um 4,1 Prozent gegenüber 1,7 Prozent in den Industrieländern.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer in den Jahren 2017 und 2018 von 4,5 Prozent bzw. 4,8 Prozent. Das ist mehr als das Doppelte der Erwartungen für die entwickelten Volkswirtschaften, die 2017 und 2018 nur um jeweils rund 2 Prozent wachsen sollten (siehe Abbildung 2). Heute sind die Schwellenländer für mehr als 75 Prozent des globalen Produktions- und Konsumwachstums verantwortlich; damit hat sich ihr Anteil in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt[2]. Mit der zunehmenden Entwicklung der Schwellenländer sollten sich diese Trends fortsetzen. Der IWF schätzt, dass der Anteil der Schwellenländer am globalen BIP (in US-Dollar) von heute 38,8 Prozent auf 60 Prozent im Jahr 2035 ansteigen wird.

Tatsächliche und erwartete prozentuale Veränderung des BIP in Industrie- und Schwellenländern

[1] Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Geldwert aller Fertigwaren und Dienstleistungen, die innerhalb der Grenzen einer Region über einen bestimmten Zeitraum hergestellt wurden. Es wird üblicherweise als Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit genutzt.

[2] Internationaler Währungsfonds: „World Economic Outlook, April 2017: Gaining Momentum?“