UBS-Fondsmanager im Interview Die Gewinner von morgen

Bin Shi, Portfoliomanager von UBS Equity China Opportunity

Bin Shi, Portfoliomanager von UBS Equity China Opportunity

China wächst inzwischen langsamer. Warum bleibt das Land für Anleger weiterhin interessant?

Bin Shi: Chinas Wachstumsrate ist von seinen Höchstständen zu Beginn des Jahrhunderts auf jetzt 6,7 Prozent gefallen. Dennoch bleibt das Land eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

Wir haben immer die Meinung vertreten, dass China seine Wirtschaft ins Gleichgewicht bringen muss, um nachhaltig wachsen zu können.

China ist im Wandel: Die staatlich gelenkte, kapitalintensive Wirtschaft geht zunehmend eine Wirtschaft über, in der Dienstleistungen im Vordergrund stehen. Wir erwarten daher Verbesserungen in der Qualität des Wachstums, der wirtschaftlichen Effizienz und damit auch der Cashflows und der Profitabilität.

Dem Weltentwicklungsbericht der Weltbank zufolge jetzt entfallen 80% aller Arbeitsplätze in China auf den privaten Sektor. Ihm entstammen auch 70% der neuen Investitionen und 100% der neu geschaffenen Arbeitsplätze.

Von daher dürfte unser Fokus auf Sektoren mit starkem langfristigem Wachstumspotenzial unseren Anlegern zugutekommen.

Reden wir über die Strategie. Was sind ihre Hauptziele?

Shi: Wir wollen den MSCI China Index in einem Marktzyklus – etwa eine rollierende Drei-Jahres-Periode – pro Jahr um 300 bis 400 Basispunkte übertreffen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Shi: Wir investieren in ein konzentriertes Portfolio, das unsere besten Anlage-Ideen enthält: nur ca. 50 bis 70 Titel.

Welchen Anlagestil verfolgen Sie? Wie unterscheidet er sich von Ihren Mitbewerbern?

Shi: Wir investieren langfristig und mit Blick auf den Preis in Relation zum eigentlichen Wert des Unternehmens.

Wir unterscheiden uns, so glauben wir, in dreierlei Hinsicht von unseren Mitbewerbern:

Erstens achten wir nicht auf den Vergleichsindex und seine Gewichtungen. Stattdessen versuchen wir, die langfristigen Gewinner von morgen am Beginn ihres Geschäftszyklus auszumachen.

Zweitens vertrauen wir auf unser tiefgreifendes hauseigenes Research und weniger auf externe Analysen.

Drittens haben wir in ziemlich konzentriertes Portfolio aus etwa 50 bis 70 Titeln, während der MSCI China rund 150 Werte enthält. Und wir haben eine langfristige Sicht: Unser Portfolioumschlag beträgt nur etwa 20 bis 30% pro Jahr.

Wie bauen Sie Ihr Portfolio auf? Worauf achten Sie bei der Aktienauswahl?

Shi: Wir versuchen Unternehmen zu finden, die von langfristigen Trends – 10 bis 15 Jahre oder länger – profitieren können.

Dabei suchen wir nach dem oder den Marktführern einer Branche, die fähig sind, auf Veränderungen zu reagieren und sich anzupassen. Diese Eigenschaften finden wir häufig bei langfristig erfolgreichen Unternehmen.