Vermögensverwalter empfiehlt Gold-Investoren sollten sich an eine simple Regel halten

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung in Köln

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung in Köln

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Etwas Gold im Portfolio ist gut – erst recht, wenn sein Preis wie in den vergangenen Wochen endlich wieder steigt. Mit dem Edelmetall fühlt sich die finanzielle Zukunft einfach sicherer an als ohne. Doch ist es vernünftig, Gold zu halten, um sich vor Inflation zu schützen?

Freunde des Edelmetalls verweisen gern darauf, dass im Alten Rom eine Tunika kaufkraftbereinigt so viel Gold kostete wie ein hochwertiger Anzug heute. Solche und ähnliche Vergleiche dienen als Grundlage für eine brisante Schlussfolgerung: Wenn Gold über zwei Jahrtausende hinweg vor Geldentwertung geschützt hat, dann wird dies über fünf oder 20 Jahre erst recht so sein. Doch genau das trifft nicht zu.

Dass Gold ein unzuverlässiger Inflationsschutz ist, weist Finanzprofessor Andrew Ang von der Columbia Business School in seinem Beitrag „Real Assets“ (2012) empirisch nach – zumindest für den Zeitraum, für den wir Daten über Gold und Inflation haben. So entwickelte sich der Goldpreis zwischen 1875 und 1970 über weite Strecken deutlich schwächer als die Inflation, wie sie durch den Verbraucher-Preisindex ermittelt wird. Folglich war das Edelmetall rund 100 Jahre lang nicht im Entfernten in der Lage, die Kaufkraftverluste auszugleichen.

Das änderte sich erst Ende der 1970er-Jahre, als das System der festen Wechselkurse (Bretton Woods) unter US-Präsident Richard Nixon zusammenbrach. Im Zuge der Freigabe der internationalen Wechselkurse und dem hohen Wertverlust des US-Dollars stieg der Goldpreis weitaus stärker an als die Geldentwertung – das bescherte Goldhaltern einen kräftigen realen Vermögenszuwachs. Nach dem Hoch der frühen 1980er-Jahre fiel das Edelmetall dann über zwei Jahrzehnte auf ein Niveau zurück, bei dem von Inflationsschutz keine Rede mehr sein konnte. Seit dem Jahr 2001 indes steigt der reale Wert des Edelmetalls wieder deutlich stärker als die Geldentwertung.