Vermögensverwalter Thomas Lange im Gespräch „Bei Mischfonds wird sich die Risikobereitschaft der Fondsmanager erhöhen“

Thomas Lange, Geschäftsführer von Lange Assets & Consulting, in seinem Hamburger Büro

Thomas Lange, Geschäftsführer von Lange Assets & Consulting, in seinem Hamburger Büro

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DAS INVESTMENT: Zu welchem Anteil setzen Sie Mischfonds in Kundenportfolios ein? Thomas Lange: Wir haben in unserem Hause eine reine Produktgruppe, die sich ausschließlich vermögensverwaltenden Strategien widmet, wobei wir hier etwas weitergefasst definieren, der eingesetzte Fondsmanager muss sich mehrerer Assetklassen bedienen dürfen, das heißt auch alternative Strategien im Ucits-Mantel fallen für uns darunter.

Die Asset Allokation gilt als Königsdisziplin und Kernaufgabe in der Vermögensverwaltung, bestimmt sie doch zu 80 Prozent die Rendite und sogar zu 95 Prozent das Risiko von Kundenportfolios. Kritiker sagen, dass Vermögensverwalter durch die Wahl von Mischfonds die Kontrolle über die Asset Allocation verlieren beziehungsweise diese bewusst an Dritte abgeben. Was ist Ihre Meinung dazu? Hier sollte man vielleicht unterscheiden zwischen der Expertise der Asset Allokation selbst, das heißt reine Vermögensverwaltung oder der Expertise der Fondsselektion. Wir verstehen uns im Rahmen dieser Produktgruppe als Family-Officer. Wir wählen und setzen vermögensverwaltende Strategien bewusst ein, wählen somit eine Auswahl der „besten“ externen aktiven Fondsmanager für unsere Mandanten aus. Hierbei spielen sowohl die Anlagerichtlinien der Fonds aber auch das Fondsmanagement selbst eine Rolle. Als Family-Officer obliegt uns die Gewichtung der ausgewählten Fonds als auch die aktive Risikokontrolle und -steuerung - sowohl auf Einzelfonds- als auch auf Portfolioebene.

Warum Mischfonds, wenn reine Aktienfonds doch langfristig eine bessere Rendite erwarten lassen?
Jede Assetklasse hat ihre Zeit, letztendlich ist es eine Frage des Timings und selbstverständlich, ob die Gesamtallokation der Risikoneigung der Kunden entspricht. Für uns steht ganz klar der Kapitalerhalt - auch über die Diversifikation von Assetklassen, im Vordergrund (Risiko vor Rendite).

Wie lassen sich Mischfonds sinnvoll mit Aktien- und Rentenfonds (sowie mit Einzeltiteln) in Kundenportfolios kombinieren? Was sind hierbei die wichtigsten Überlegungen? Das ist letztendlich eine Frage der strategischen Allokation - wo möchte man Schwerpunkte setzten, suche ich einen Mischfonds, der nur in Nordamerika investiert und diesen kombiniere ich mit einem deutschen Aktienfonds und mische dem noch einen globalen Rentenfonds bei. Andere Überlegungen könnten Korrelationen zu anderen Fonds sein, wobei die Korrelationen von Mischfonds mit „Vorsicht“ zu genießen sind, je nachdem wie aktiv/ flexibel dieser die Aktien- beziehungsweise Rentenquote steuern kann.