Vermögensverwalter warnt "Wenn Anleger jetzt Aktien verkaufen..."

Kevin Gardiner, Rothschilds Global Investment Strategist

Kevin Gardiner, Rothschilds Global Investment Strategist

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Aktuelle Lage

Eine Reihe von Entwicklungen hat sich stark auf die Risikobereitschaft institutioneller Anleger ausgewirkt:
  • Die chinesischen Marktdaten bleiben schwach und die Währung des Landes – die seit August stärker den Marktkräften ausgesetzt ist – wertet im Vergleich zum Dollar erneut ab (Rückgang um 5-7 Prozent seit August, abhängig davon, ob man in- oder ausländische Kurse berücksichtigt, auf ein 5-Jahres-Tief)
  • Stabilisierungsmassnahmen haben (erneut) versagt: Der lokale Aktienmarkt schloss diese Woche zum zweiten Mal auf dem tiefsten zulässigen Wert (7 Prozent), so dass der Aktienindex bereits in den ersten Tagen des Jahres 2016 12 Prozent verloren hat
  • Die geopolitischen Spannungen haben zugenommen (Saudi-Arabien/Iran; Nordkoreas Atomtest; Gegenreaktionen auf die Flüchtlinge in der EU; Lähmung der USA durch die anstehenden Parteiausschüsse zur Wahlvorbereitung in Iowa)
  • Der Ölpreis sinkt weiterhin (trotz Spannungen) und belastet damit Unternehmensgewinne und Investitionen
  • Das US-Wachstum verlangsamte sich am Jahresende auf etwa 1 Prozent, aufgrund des starken Dollars und der Investitionsrückgänge im Energie-und Bergbausektor
  • Die mittelfristigen Inflationserwartungen sinken weiterhin auf beiden Seiten des Atlantiks und auch die Schätzungen der Fed sind gesunken
  • Protokolle des FOMC (Federal Open Market Comittee) bestätigen, dass die Fed zumindest im Dezember plante, die Zinsen im Laufe des Jahres 2016 anzuheben
Resultierend daraus, wandern Anleger zu weniger riskanten Anlagen ab: Die Aktien der Industrieländer sind seit Jahresbeginn bereits um etwa 5 Prozent eingebrochen (auch wenn sie immer noch über den Tiefs des letzten Sommers liegen). Während die wichtigsten Staatsanleihen etwa 1 Prozent zugelegt haben.

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Dies ist im Kontext eines nun reifen Konjunkturzyklus zu verstehen. Es scheint also, ob eine Art Rückschlag oder sogar eine weitere Finanzkrise bevorstehen könnte. Eine Reihe prominenter Anleger ist sehr pessimistisch in Bezug auf die weltweite Liquidität (vor allem in Schwellenländern). Die aktuelle Stimmung der Anleger ist der entscheidende Faktor. Es wäre vermessen, von einem Wendepunkt zu sprechen.