Tops & Flops 2015 Zwischen 42 Prozent Plus und 43 Prozent Minus

Leerstehendes Bauträger-Projekt in Peking: In China notieren viele Aktien von Immobilienentwicklungsfirmen auf Höchstkursen – obwohl seit Jahren am Bedarf vorbei gebaut wird. Foto: Getty Images

Leerstehendes Bauträger-Projekt in Peking: In China notieren viele Aktien von Immobilienentwicklungsfirmen auf Höchstkursen – obwohl seit Jahren am Bedarf vorbei gebaut wird. Foto: Getty Images

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Ausgerechnet China. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass in den letzten Tagen des alten Jahres zwei China-ETFs an allen anderen Konkurrenten vorbeigezogen sind und das Performance-Rennen 2015 für sich entschieden haben. Mit Zuwächsen von 42,3 beziehungsweise 40,7 Prozent verweisen der DB X-Trackers CSI-300 Real Estate und der DB X-Trackers CSI 300 Health Care am Ende den lange Zeit das Feld anführenden Danske Invest Denmark Focus auf Rang 3.

Tops & Flops 2015: China-Branchen-ETFs machen ein zweites Mal das Rennen
Rang Fonds Perf. 2015 Perf. 3 Jahre Perf. 5 Jahre Vol. in
Mio. €
1 DB X-Trackers CSI-300 Real Estate ETF 42,3% 123,3% 163,3% 5
2 DB X-Trackers CSI 300 Health Care ETF 40,7% 86,6% 47,4% 18
3 Danske Invest Denmark Focus 39,0% 153,2% 132,6% 49
4 Blackrock European Special Situations USD Hedged 38,3% - - 255
5 LBBW Konsum Dynamik Global 38,2% 50,8% 52,3% 1
 
8250 Blackrock World Mining EUR Hedged -41,9% -66,4% -77,5% 14
8251 Riße Inflation Opportunities UI -43,0% -43,6% - 3
8252 Global Gold & Silver Mining Fund EUR -43,2% - - 1

Auswertungstag: 31. Dezember 2015, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH, Wertentwicklung auf Euro-Basis



Schon im vergangenen Jahr gehörte der Sieger-ETF zu den besten Fonds überhaupt: Mit einem Plus von 83,6 Prozent belegte er Ende 2014 in der Gesamtwertung Rang 3. Bis Juni 2015 ging es dann weiter rasant bergauf, bevor im Juli – parallel zum gesamten Markt der chinesischen A-Aktien – der Absturz kam.

Im November dann die erneute Trendwende: Weil die Regierung Stabilisierungsmaßnahmen für den unter einem massiven Überangebot leidenden Immobiliensektor angekündigt hatte, stiegen die Kurse von Immobilienentwicklungsfirmen wie China Vanke oder Poly Real Estate auch im Dezember weiter an. Darüber hinaus will die Regierung gezielt Anreize schaffen, die sich überall im Land ausbreitenden Geisterstädte zu beleben.

Mit dem Kauf des DB X-Trackers CSI-300 Real Estate ETF im neuen Jahr auf das Gelingen dieses Plans zu wetten, gleicht allerdings angesichts der sich Anfang Januar dramatisch zuspitzenden Lage an den chinesischen Börsen dem berühmt-berüchtigten Ritt auf der Rasierklinge. Den ersten Handelstag 2016 beendete der DB X-Trackers CSI-300 Real Estate jedenfalls mit einem Minus von 5,4 Prozent.

Das eindeutig bessere Chance-Risiko-Verhältnis und vermutlich auch das größere Potenzial für 2016 verspricht da schon die Nummer 4 des vergangenen Jahres, der Blackrock European Special Situations USD Hedged. Dort kauft Fondsmanager Michael Constantis wachstumsstarke Firmen wie Novo Nordisk oder SAP, schreckt aber auch nicht vor bei vielen anderen Anlegern unbeliebten Aktien wie Royal Dutch Shell zurück. Zudem koppelt er alle seine Positionen an den seit Sommer 2014 steigenden US-Dollar und schaffte damit in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber der nicht abgesicherten Anteilsklasse des Fonds einen Vorsprung von immerhin 13 Prozentpunkten. Eine Entwicklung, die sich – Vorsicht, Prognose – auch 2016 fortsetzen könnte.

Der gegenteilige Effekt – Dauer-Absicherung des Portfolios in einer 2015 schwach gelaufenen Währung – bescherte hingegen dem Blackrock World Mining EUR Hedged einen Verlust von 41,9 Prozent und damit einen Platz unter den drei schlechtesten Fonds des Jahres. Die ungesicherte Anteilsklasse kam 2015 mit einem Minus von 34,7 Prozent davon. Ob der von Evy Hambro betreute Fonds wie andere Minen- und Rohstoff-Investments 2016 das sechste Jahr hintereinander mit Verlust abschließt oder ob es zu einem kräftigen Turnaround kommt, darüber gehen die Prognosen der Experten auch dieses Mal weit auseinander.

Darüber, wie es mit dem nach dem Goldminenfonds Global Gold & Silver Mining zweitschlechtesten Fonds des abgelaufenen Jahres, dem Riße Inflation Opportunities UI des langjährigen N-TV-Reporters Stefan Riße, weitergeht, darf derweil ebenfalls munter spekuliert werden. Nachdem es zeitweise hieß, der Fonds solle im Laufe dieses Jahres aufgelöst werden, ist davon im Moment keine Rede mehr. Riße plant aber eigenem Bekunden zufolge einen Wechsel der Kapitalverwaltungsgesellschaft (aktuell: Universal-Investment) und will nach dem Eintreffen der entsprechenden behördlichen Genehmigungen einen Neustart versuchen.

Auf der folgenden Seite sehen Sie für insgesamt 20 Kategorien, welche Fonds dort 2015 das Rennen gemacht haben und wer die rote Laterne des Letzten trägt. Auffällig dabei: Nicht nur beim Blackrock European Special Situations USD Hedged, sondern auch bei vielen anderen Gewinnerfonds hat die Währung kräftig mitgeholfen. Umgekehrt finden sich die gegen Euro abgesicherten Anteilsklassen von in der Original-Tranche gar nicht einmal so schlecht gelaufenen Produkten ganz am Ende ihrer Kategorie wieder. Viel Geld gewonnen beziehungsweise verloren wurde dabei aber jeweils nicht: Fast alle Währungs-Klone sind im Gegensatz zu den mitunter milliardenschweren Basisfonds in Euro umgerechnet nur wenige Millionen schwer.