Volatilität Wie nutzt man die Volatilität – vor allem, wenn Märkte stark schwanken?

In der Finanzmathematik ist Volatilität ein Maß für die Schwankung von Finanzmarktparametern wie Aktienkursen und Zinsen. Die Volatilität ist hier definiert als die Standardabweichung und dient häufig als Risikomaß | © seamartini/iStock

In der Finanzmathematik ist Volatilität ein Maß für die Schwankung von Finanzmarktparametern wie Aktienkursen und Zinsen. Die Volatilität ist hier definiert als die Standardabweichung und dient häufig als Risikomaß Foto: seamartini/iStock

Die meisten Anleger haben es nicht gern, wenn ihre Investments allzu sehr schwanken. Denn eine hohe Schwankungsintensität bedeutet vor allem Unsicherheit: Je höher die Kursausschläge ausfallen, desto schwieriger ist es, den Wert des Portfolios für einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu bestimmen.

Und je höher die Volatilität der Papiere im Portfolio ist, desto wahrscheinlicher sind zwischenzeitliche Kursverluste. So begreifen zwar mutige Sparplan-Anleger, dass erhöhte Marktschwankungen auch eine Chance bieten, weil dies zwischenzeitlich immer wieder einmal für günstige Einstiegskurse sorgt und so den langfristigen Durchschnitt der Kaufkurse drückt. Doch sehen Investoren in der Regel in einer erhöhten Volatilität vor allem ein Risiko, welches das Erreichen ihrer Ertragsziele gefährdet.

Um die unerwünschten Effekte der Volatilität zu begrenzen, ist ein Blick auf deren zugrunde liegende Merkmale sinnvoll.

„Wesentlich ist zudem, zwischen zwei Formen der Volatität zu unterscheiden: nämlich zwischen der historischen oder realisierten Volatilität auf der einen und der erwarteten oder impliziten Volatilität auf der anderen Seite“, erklärt Gilbert Keskin, Co-Head Volatility & Convertible Bonds bei der französischen Fondsgesellschaft Amundi.

Abweichungen berechnen

Die Variante der realisierten Volatilität gibt Auskunft über die tatsächliche Schwankungsbreite in der Vergangenheit: Sie misst, wie weit die tägliche Kursentwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums von der durchschnittlichen täglichen Performance in diesem Zeitraum abgewichen ist.

In der Regel wird die realisierte Volatilität meist auf Jahressicht dargestellt, damit man verschiedene Zeiträume, Indizes oder einzelne Wertpapiere miteinander vergleichen kann.

Mehr als der Blick in die Vergangenheit interessiert professionelle wie private Investoren jedoch der Blick nach vorn: Mit welchen Schwankungen müssen sie künftig rechnen? Da die Wertentwicklung bekanntermaßen kein Indikator für künftige Trends ist, kann die historische Volatilität in diesem Fall nicht genutzt werden.

Der geeignetere Indikator für künftige Marktschwankungen ist hingegen die erwartete oder implizite Volatilität. Sie gibt an, mit welchen Schwankungen die Marktteilnehmer für die Zukunft rechnen.