Wandelanleihen „Niedrige Zinssensitivität schützt vor Verlusten“

Nathalia Barazal, CIO Convertibles bei Lombard Odier Investment Managers: Insgesamt erfreuliche Einschätzung von Europa und Asien

Nathalia Barazal, CIO Convertibles bei Lombard Odier Investment Managers: Insgesamt erfreuliche Einschätzung von Europa und Asien

An den Finanzmärkten tut sich was: Waren und Dienstleistungen werden wieder teurer, die Inflation gibt Lebenszeichen von sich. Vor allem in den USA wirken mehrere Kräfte zusammen, die die Preise antreiben: noch nie seit Beginn dieses Jahrzehnts zeigten sich die heimische und internationale Wirtschaft so stark. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren und die Geldpolitik ist noch immer expansiv.

Am wichtigsten ist die Lohninflation. In den Metropolregionen der USA beträgt das Wachstum der Stundenlöhne bereits 4 Prozent. Große Arbeitgeber haben als Reaktion auf den sich einengenden Arbeitsmarkt, die schrumpfende Kapazität oder die jüngste Steuersenkung die Grundvergütung ihrer Mitarbeiter angehoben.

Straffere Zügel in den USA

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zeigt sich angesichts der steigenden Inflationsraten erleichtert. Der Anstieg rechtfertigt nach fünf Zinserhöhungen mit wenig Anzeichen für steigende Preise endlich eine straffere Geldpolitik.

Und damit nicht genug: Auch der Anleihemarkt reagiert auf die Preissteigerungen.  So haben die zweijährigen US-Staatsanleihen Angang 2018 zum ersten Mal seit 2008 die Zwei- Prozent-Marke erreicht. Dies spiegelt die Annahme wider, dass eine sich beschleunigende Inflation die Fed veranlassen könnte, mit der Erhöhung der Zinsen schneller fortzufahren als bislang geplant.

Da sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Europa im Jahr 2017 auf ein zyklisches Hoch beschleunigt hat, besteht auch dort das Hauptrisiko darin, dass die Wirtschaft überhitzt. Zwar blieb die Inflation weiterhin gedämpft. Zuletzt aber kamen weitere erfreuliche Signale vom Wachstum der Investitionsausgaben in der Eurozone, was auf den Beginn eines Investitionszyklus hindeutet.

EZB setzt Anleihekaufprogramm fort

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) will auch im Jahr 2018 weiter Unternehmensanleihen kaufen und auf eine steilere Zinskurve hinarbeiten, indem er die kurzfristigen Zinsen niedrig hält und gleichzeitig die Nachfrage nach lang laufenden Anleihen verringert.

Die Erzeugung eines Bärenmarktes bei Anleihen ist in den USA und Europa von enormer Bedeutung. Angesichts der Tatsache, dass der Anleihe-Bullenmarkt in den inflationären frühen 1980er Jahren begonnen hat, werden nur sehr wenige von uns auf Erfahrungen zurückgreifen können, die uns durch irgendeine Veränderung in diesem Marktumfeld führen. Da sich die Wirtschaft derzeit robust zeigt, könnte die Nebenwirkung sinkender Anleihekurse ein bestimmendes Merkmal des Jahres 2018 sein. Bislang sehen wir jedoch nur Hinweise auf steigende Inflation.