Weltwirtschaft bremst ab

Alex Durrer, LGT Asset Management

Alex Durrer, LGT Asset Management

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Alex Durrer ist Chefökonom der LGT Capital Management   

Die internationalen Konjunkturdaten haben im zweiten Quartal 2012 mehrheitlich enttäuscht. Der stimulusabhängigen Weltwirtschaft droht eine weitere Abkühlung. Ohne konjunkturpolitische Sofortmaßnahmen rückt das Risiko einer Rezession näher.

Vor diesem Hintergrund hat LGT Capital Management ihre taktische Asset Allocation gegenüber dem zweiten Quartal modifiziert. Emerging-Marktes-Anleihen und inflationsgeschützte Anleihen werden reduziert, Hochzinsanleihen und Immobilienaktien (REITs, Real Estate Investment Trusts) forciert. Zudem erhöhen wir erneut unsere US-Dollar-Quote zu Lasten des Euro-Blocks und verringern unsere Gewichtung bei Gold.  

Kaum selbsttragendes Wachstum in Sicht  

Die globale Ökonomie wankt und kann nur durch das Doping des billigen Geldes auf den Beinen gehalten werden. Das zeigt sich vor allem in den USA, wo die Wachstumsillusion auf Pump nochmals eine Runde künstlich am Leben erhalten wird.

Ein kraftvoller, selbstragender Aufschwung wird damit nur verzögert. Neben Nullzinsen bis 2014 könnten erneut starke geldpolitische Drogen (QE3, Quantitive Easing) in Aussicht gestellt werden. Deren nachhaltiger Effekt bleibt zwar zu bezweifeln. Kurzfristig könnte der „Bernanke-Put“ die Märkte vorübergehend allerdings stimulieren.

Hauptgrund für das nicht selbsttragende Wachstum bleibt die Unlust der Konsumenten, welche unter Arbeitslosigkeit und den Folgen der Immobilienkrise leiden.

Die Rezession am Rande Europas vertieft sich und bewegt sich bedrohlich in Richtung der Kernländer. Nicht nur die stets zweckoptimistische EU-Kommission gibt zu, dass es ein Rezessionsrisiko gibt, auch die einschlägigen Frühindikatoren sind deutlich unter die kritischen Marken gerutscht.