Sachwertinvestments Sanierung der Wölbern-Fonds: "Zwangsveräußerungen abgewendet"

Thomas Böcher, Geschäftsführer der Hamburger Paribus Gruppe

Thomas Böcher, Geschäftsführer der Hamburger Paribus Gruppe

DAS INVESTMENT.com: Sie wollten bei den Wölbern-Fonds retten, was zu retten war. Ist das gelungen?

Thomas Böcher: Die Ausgangslage war sicherlich schwierig, aus den Fonds waren ja Millionen-Beträge rechtswidrig entnommen worden. Doch bis auf zwei Wölbern-Fonds, bei denen die Schieflage extrem und damit die Insolvenz nicht mehr abwendbar war, konnten wir alle anderen Fonds stabilisieren. Teils haben wir erhebliche Rückflüsse auf das Eigenkapital – oder zumindest die Perspektive darauf – erreicht. Festzuhalten ist: Paribus hat sich durch die Übernahme der Wölbern-Fonds deutlich weiterentwickelt und ist heute im Geschäftszweig Immobilien eher eine Asset-Management-Gesellschaft als ein Emissionshaus. Wir haben ein umfängliches Expertenwissen für die Projektierung und Strukturierung sowie das Management von Immobilien aufgebaut.

Wie gehen Sie vor?

Böcher: In einem Fall haben wir beispielsweise einen Mietvertrag drei Jahre vor seinem Auslaufen zu guten Konditionen prolongieren können. Wir verfügen dort jetzt über eine fast zehnjährige Gesamtlaufzeit mit einem potenten Mieter, was wiederum das Wertgutachten der Immobilie beeinflusst hat. Der Wert des Objekts hat sich dadurch von 10 Millionen auf 15 Millionen Euro erhöht – also um 50 Prozent. Die Loan-to-value-Option, also die Zwangsveräußerung durch die finanzierende Bank an einen Darlehensaufkäufer, ist damit abgewendet.

In diesem Fall wären die Anleger wohl leer ausgegangen.

Böcher: Das stimmt. Wir haben auf der neuen abgesicherten Grundlage auch eine Bank gefunden, die uns 10 Millionen Euro bis 2023 finanziert hat. Wir führen jetzt die Darlehen zurück und stecken alle Überschüsse in die Tilgung.