16 Fonds im Crashtest Die besten Schwellenländer-Mischfonds

Russlands Präsident Wladimir Putin (vorne, dritter von links) als Gastgeber des 7. Brics-Summit im russischen Ufa: Anlagen in Schwellenländern sind derzeit bei Anlegern unbeliebt wie lange nicht. Foto: Getty Images

Russlands Präsident Wladimir Putin (vorne, dritter von links) als Gastgeber des 7. Brics-Summit im russischen Ufa: Anlagen in Schwellenländern sind derzeit bei Anlegern unbeliebt wie lange nicht. Foto: Getty Images

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Mischfonds gibt es zuhauf, und es kommen immer neue hinzu. Kein Wunder: Schließlich ziehen die Fonds auch das meiste Anlegergeld an. Das Angebot an Emerging-Markets-Mischfonds hingegen ist äußerst übersichtlich. Gerade einmal 16 Fonds wurden im aktuellen Crashtest analysiert. Zehn davon haben ein Volumen von weniger als 100 Millionen Euro. Das könnte sich ändern, wenn der einstige Mega-Trend Emerging Markets wieder zum Leben erwacht und dem neuen Mega-Trend Multi-Asset Gesellschaft leistet. Dann würden die Fonds zwei unwiderstehliche Themen in einem Produkt bieten.

Die besten Schwellenländer-Mischfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 BL-Emerging Markets 206 78 88 40 349
2 HWB Victoria Strategies 159 78 54 27 33
3 ACM Bernstein Emerging Markets Multi-Asset Portfolio 153 51 78 24 225
4 Sauren Emerging Markets Balanced 152 40 67 45 21
5 Capital Group EM Total Opportunities 141 47 79 15 2687
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 21. Januar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 21. Januar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Zurzeit ist das einzige wirkliche Schwergewicht mit über 2,5 Milliarden Euro Volumen der Capital Group Emerging Markets Total Opportunities. Der Fonds der US-Gesellschaft Capital Group, die seit dem Frühjahr 2015 in Frankfurt mit einer Niederlassung vertreten ist, investiert zurzeit zu 44 Prozent in Aktien und zu 40 Prozent in Anleihen. Der Rest liegt in Cash. In der Gesamtbewertung erreicht der Fonds Platz 5.



Der BL Emerging Markets der Banque de Luxembourg Investments – Sieger der Gesamtwertung – ist deutlich aktienlastiger. Die Nummer 2 der Gesamtwertung, der Performance-Sieger HWB Victoria Strategies, profitiert stark von einem hohen Bestand an argentinischen Alt-Anleihen, die möglicherweise bald zurückgezahlt werden. Um weitere zu erwartende Gewinne aus den Anleihen nicht zu stark zu verwässern, unterliegt der Fonds einem Soft-Close und kann daher nur mit dem vollen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent erworben werden. In einem aktuellen Rundschreiben kündigt HWB Capital Management jedoch an, diese Beschränkung eventuell aufzuheben, sollte die Gewichtung der Argentinien-Bonds im Fonds zu hoch werden.

Im Stresstest hinterlässt ein Dachfonds aus Hamburg den besten Eindruck. Der World Top Emerging Market Fund UI versucht die für Schwellenländer üblichen Schwankungen möglichst gering zu halten.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Der Gesamtsieger: BL Emerging Markets


Das Kürzel BLI steht für die Fondsgesellschaft Banque de Luxembourg Investments, die den Siegerfonds 2007 aufgelegt hat. Es steht aber auch für das von BLI entwickelte Anlageprinzip Business-Like-Investing, dem sich Fondsmanager Marc Erpelding bei all seinen Fonds verpflichtet fühlt. So betrachtet er sich bei seinen Investments grundsätzlich als Mit-Eigentümer: „Daher legen wir großen Wert auf die Qualität und eine erfolgreiche Positionierung des jeweiligen Unternehmens.“ Es muss dauerhafte Wettbewerbsvorteile aufweisen. Und der Preis muss einen Sicherheitsabschlag auf den fairen Wert enthalten.

Erpelding investiert an den Aktienmärkten der globalen Schwellenländer. Wenn der Stockpicker nicht genügend gute Titel findet, mischt er Anleihen und Cash bei. Mindestens 60 Prozent des Fondsvermögens müssen jedoch stets in Aktien stecken. Im vierten Quartal 2015 lag die Quote bei 76 bis 78 Prozent, zurzeit liegt sie sogar bei über 80 Prozent. 13 Prozent sind in Schwellenländer-Staatsanleihen investiert, 5 Prozent in Cash. Beide Positionen werden aktuell größtenteils in den Hartwährungen Euro und US-Dollar gehalten.

Durch die Aktieninvestments kommen aber auch weitere Währungen ins Portfolio. Aktuell dominieren der Taiwan-Dollar und der brasilianische Real mit 11 und 10 Prozent. Ebenfalls stark vertreten sind Unternehmen aus Südkorea und China. Zu den größten Positionen zählt beispielsweise Want Want China, ein chinesischer Hersteller von Snacks und Milchgetränken. „Stark verankerte Unternehmen wie dieses operieren seit Jahrzehnten lokal über weitreichende und effiziente Vertriebsnetze. Aufgrund ihrer Wettbewerbsvorteile sind sie hoch rentabel“, so Erpelding.