22 Fragen an Ross Teverson „Ich werde immer Ärzte ohne Grenzen unterstützen“

Ross Teverson, Manager des Jupiter Global Emerging Markets Unconstrained

Ross Teverson, Manager des Jupiter Global Emerging Markets Unconstrained

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und mein Vater hat mir 2 Pence – also etwa 3 Cent - für jede gezogene Zuckerrübe gegeben. Es hat ewig gedauert, ein Pfund zu verdienen, aber ich konnte mein Taschengeld verdoppeln und es hat mir beigebracht, wie befriedigend harte Arbeit sein kann

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Ich hatte während meines Studiums verschiedenste Ferienjobs – auf dem Bauernhof, als Fahrer und in Fabriken. Allerdings konnte ich nicht widerstehen, das meiste dort verdiente Geld wieder für Reisen auszugeben. Also hatte ich nach der Uni trotzdem Schulden

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Ich würde nicht Vorbilder sagen – mehr Menschen, die ich respektiere. Innovatoren wie Elon Musk oder Reformer von korrupten Systemen. Etwa Brasiliens leitender Staatsanwalt im Fall Petrobras, Deltan Dallagnol. Er hilft, Brasilien von tief verwurzelter Korruption zu befreien

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

“Vergiss Bewertungen, die Liquidität zählt” – einen Satz, den ich zum Beispiel kurz vor dem Zusammenbruch des chinesischen A-Share-Marktes häufig zu hören bekommen habe

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Ein guter Freund hat mir ein Exemplar von Howard Marks’ The Most Important Thing gegeben. Es liegt auf meinem Schreibtisch und ab und an schaue ich hinein, denn wie Warren Buffett ist auch Marks eine Stimme der Vernunft. Er erinnert uns an Dinge, die ein Fondsmanager nie vergessen sollte – zum Beispiel daran, die Zukunftsperspektive eines Unternehmens zu analysieren oder daran, wie wichtig es ist, sich nicht einfach mit der Herde zu bewegen

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich sehe mir jedes einzelne Investment in meinem Fonds genau an. Und wenn ich dann immer noch vom mittel- bis langfristigen Potential der Aktien überzeugt bin, dann mache ich mir um die kurzfristige Performance keine Sorgen

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Wenn die Dinge gut laufen, ist es einfacher, sich zu entspannen und seine Energie und Zeit auch der Familie und den Freunden zu widmen

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Ich besuche gerne Unternehmen, laufe durch die Fabriken, lerne die Menschen kennen, die das Unternehmen aufgebaut haben und höre mir ihre Vision für die Zukunft an. Dies macht den Beruf wahnsinnig interessant

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Jeder Fall eines korrupten Funktionärs stört mich, und es gibt zu viele davon in den Emerging Markets. Korruption bremst die Länder, die Menschen dort zahlen einen hohen Preis für vergebene Chancen

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Robert Mugabe – er hat ein Land zugrunde gerichtet, das eines der erfolgreichsten Länder Afrikas sein sollte

11. Was sammeln Sie?

Ich bin mir nicht sicher, ob man es eine Sammlung nennen kann, aber ich habe drei Motorräder. Keines davon ist besonders wertvoll, aber alle haben für mich einen besonderen Wert. Eines stammt aus meiner Zeit in Hongkong: Meine Frau hat es mir zur Verlobung geschenkt, weil sie dachte, es wäre unfair, dass sie einen Ring bekommt und ich nichts. Mit dem zweiten bin ich ein paar Rennen gefahren – ohne jemals etwas zu gewinnen, aber ich habe jede Minute geliebt. Mit dem dritten schließlich bin ich in die Sahara gefahren, als ich die Uni beendet hatte