27 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Asien-Pazifik-Aktien

Tokio mit Fuji im Hintergrund: Japan hat großes Gewicht in den Asia-Pazifik-Portfolios. (Foto: KAZUHIRO NOGI/AFP/Getty Images)

Tokio mit Fuji im Hintergrund: Japan hat großes Gewicht in den Asia-Pazifik-Portfolios. (Foto: KAZUHIRO NOGI/AFP/Getty Images)

// //

Wichtiger Block in den Asia-Pazifik-Portfolios ist Japan. Im Vergleichsindex für die Region, dem MSCI All Countries Asia Pacific, macht der Industriestaat rund 40 Prozent aus. Die japanische Wirtschaft ist jüngst zurück in die Rezession gerutscht. Schuld daran ist Beobachtern zufolge die Erhöhung der Verbrauchssteuern im Frühjahr. Für 2015 plant die Regierung eine weitere Erhöhung – der Staatshaushalt braucht dringend zusätzliche Einnahmen.

Crashtest: Die besten Pazifik-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Robeco Asia-Pacific Equities 245 90 75 80 1,186
2 Fidelity Pacific Fund 202 51 81 70 1,549
3 Raiffeisen-Pazifik-Aktien 195 62 93 40 146
4 Pioneer Funds Austria Asia Stock 191 83 83 25 12
5 Uni-Asia 180 70 70 40 88
22 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. November 2014)
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. November 2014)


Auf der anderen Seite bringt die Bank of Japan über verschiedene Instrumente Unmengen von Geld in Umlauf. Dem Aktienmarkt gefällt’s: Der Leitindex Nikkei nähert sich allmählich wieder der Marke von 18.000 Punkten, die er zuletzt 2007 überschritten hatte.

Im Markt und auch bei den Fondsmanagern der Top-Pazifik-Fonds sind die Einschätzungen für Japan gemischt. Zwar stellt das Land in den meisten Portfolios die größte Position, ist aber zum Teil dennoch deutlich untergewichtet. Im zweitplatzierten Fidelity Pacific Fund etwa entfallen auf japanische Aktien weniger als 25 Prozent, ebenso im Uni-Asia auf Rang 5.



Insgesamt bildet der MSCI All Countries Asia Pacific knapp 1000 Aktien aus 13 Ländern ab. Dazu zählen Japan, Australien, Neuseeland, Hongkong und Singapur, die MSCI als entwickelte Staaten einstuft, sowie die Emerging Markets China, Indien, Indonesien, Südkorea, Malaysia, die Phillippinen, Taiwan und Thailand. Aktien dieser Länder finden sich auch in vielen der getesteten Fonds wieder. Bei den Sektoren dominieren die Finanztitel, gefolgt von IT-Werten.

Die fünf besten der insgesamt 27 Fonds im Crashtest haben alle ein aktiv gemanagtes Portfolio. Erst auf Platz 6 folgt ein ETF. Das I-Shares-Produkt bildet den Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 ab – und weist unter allen Fonds die höchste Volatilität über drei Jahre auf. Die besten Werte im Stresstest erzielte der Matthews Asia Funds Asia Dividend, ein hierzulande eher unbekannter Fonds des Asien-Spezialisten Matthews Asia aus Hongkong.

Die drei Sieger-Fonds im Kurzporträt
Platz 1:
Robeco Asia-Pacific Equities

In Asien handeln viele Investoren mit kurzfristigem Horizont. Die daraus häufig entstehenden Fehlbewertungen sieht Arnout van Rijn als gute Möglichkeit, um günstig einzukaufen und teuer zu verkaufen. Der Holländer leitet das Asien-Pazifik-Team von Robeco in Hongkong und managt den Crashtest-Sieger Robeco Asia-Pacific Equities. Mit seinem Team filtert er zunächst 150 bis 200 Aktien aus seinem Anlageuniversum heraus, die dann in der Tiefe analysiert werden. 70 bis 90 Aktien schaffen es schließlich ins Portfolio. „Wir kaufen unterbewertete Unternehmen mit einem klaren Schwergewicht auf Cashflows und Rentabilität“, so van Rijn.

Die mit Abstand größte Länderposition ist mit gut 40 Prozent zurzeit Japan, die er gegenüber der Benchmark sogar noch leicht übergewichtet hat. Maximal darf er bei Länderpositionen 10 Prozentpunkte nach unten und oben abweichen. „Japan ist unser bevorzugter Markt. Viele Firmen generieren solide Erträge und widmen dem Aktionärswert zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Der große Umschwung von Anleihen in Aktien hat noch nicht begonnen“, begründet van Rijn.

Ebenfalls übergewichtet hat er China. Dort mag er vor allem die in Renminbi gehandelten A-Aktien: „Der Markt ist sehr günstig. Die niedrigen Erwartungen sind eingepreist.“ Australien hingegen hat der Fondsmanager untergewichtet. Mit einer Overlay-Struktur ergänzt er die Strategie um ein aktives Währungsmanagement.

Platz 2: Fidelity Pacific Fund

Dale Nicholls mag Unternehmen mit guten langfristigen Wachstumsaussichten und einem starken Management, die einen hohen Cashflow generieren. Für den Fidelity Pacific Fund kauft der gebürtige Australier von Hongkong aus nicht nur große Standardwerte, sondern schaut vor allem auf kleine und mittelgroße Unternehmen – auch außerhalb der Benchmark. Fünf seiner zehn größten Positionen sind gar nicht im MSCI All Cap Asia Pacific enthalten. Bei der Bewertung von Aktien verlässt er sich nicht nur auf Zahlen, sondern nutzt regelmäßige Unternehmensbesuche, um die Geschäftsmodelle besser zu verstehen.

In der Regel befinden sich 150 bis 250 Unternehmen im Portfolio, Ende Oktober waren es 232. Seine größten Länderpositionen sind China (30 Prozent) und Japan (22 Prozent), wobei China gegenüber dem Index deutlich übergewichtet ist und Japan deutlich untergewichtet. „China bleibt in der Region der attraktivste Markt“, meint der Fidelity-Manager. Die schlechte Marktstimmung für das Land habe zu attraktiven Bewertungen geführt. Er mag vor allem Sektoren, die die Regierung im Rahmen ihrer Bestrebungen, die Wirtschaft neu aufzustellen, besonders fördert – etwa den Konsumbereich.

Für Japan ist Nicholls weniger euphorisch. Trotz Rückenwinds durch die lockere Notenbankpolitik und den schwachen Yen hält er die Börse in Tokio für einen Markt, auf dem nur erfahrene Stockpicker erfolgreich bestehen können. Für 2015 sieht er außer in China vor allem in Indonesien gute Chancen.

Platz 3: Raiffeisen-Pazifik-Aktien

Der drittplatzierte Fonds im Crashtest kommt aus Österreich. Gesteuert wird er jedoch von der vor 40 Jahren in Johannesburg gegründeten Gesellschaft Investec. Fondsberater James Hand folgt bei der Titelauswahl einem mehrstufigen Anlageprozess. Zunächst prüft er alle Aktien des Anlageuniversums mit einer Marktkapitalisierung von über einer Milliarde Dollar über ein hauseigenes Filterprogramm auf die vier Kriterien Strategie, Value, Gewinne und technische Daten, wobei er für jede Kategorie Punkte von 1 (schlecht) bis 4 (gut) vergibt. Aktien mit hoher Punktzahl nehmen die Investec-Analysten fundamental unter die Lupe und wählen die besten Ideen fürs Portfolio aus. „Die Gewichtung der Titel bestimmt sich unter anderem dadurch, wie stark wir von dem Wert überzeugt sind, aber auch von seiner Volatilität, der Liquidität und dem Einfluss auf das Risikoprofil des Portfolios“, erklärt Hand.

Japanische Aktien hat er zurzeit mit einem Anteil von 35 Prozent untergewichtet. Grundsätzlich darf er den Japan-Anteil 15 Prozentpunkte nach oben und unten von der Benchmark abweichen lassen, was einer möglichen Gewichtung von 25 bis 55 Prozent entspricht. Seine mit 15 Prozent zweitgrößte Länderposition China hat er hingegen übergewichtet: „Die Bewertungen für den Markt sind extrem günstig.“

Positiv gestimmt ist Hand zudem für Indien. „Das dortige Gewinn-Momentum ist eines der höchsten in der Region. Nach dem Start der neuen Regierung hat sich das Nachfrageumfeld verbessert, der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen haben angezogen“, so der Investec-Manager. Im Raiffeisen-Fonds machen Aktien indischer Unternehmen derzeit knapp 10 Prozent aus.