Asset-Allokation & Korrelation Portfolio-Allokation: Wie viel klassische Theorie gilt heute noch?

Asset-Allokation: Aufteilung von Anlagekapital auf verschiedene Vermögenswerte/Anlageklassen und deren Gewichtung in einem Portfolio | © seamartini/iStock

Asset-Allokation: Aufteilung von Anlagekapital auf verschiedene Vermögenswerte/Anlageklassen und deren Gewichtung in einem Portfolio Foto: seamartini/iStock

Der Grundgedanke ist noch immer der gleiche: Nicht alle Eier in einen Korb legen – wie die immerhin fast 65 Jahre alte Moderne Portfoliotheorie von Nobelpreisträger Harry Markowitz bis heute in die Alltagssprache übersetzt wird. Demnach sollten Anleger ihr Kapital breit über unterschiedliche Einzelwerte und Anlageklassen streuen, um die Risiken zu begrenzen.

Gerät eine Anlageklasse in Turbulenzen– so die Idee – kann eine andere für eine gewisse Stabilität im Portfolio sorgen. Idealerweise entwickelt sie sich sogar positiv, sodass die Verluste in der einen Anlageklasse je nach Vermögensaufteilung teilweise oder sogar vollständig durch Gewinne in einer anderen kompensiert werden.

Über etliche Jahre ließ sich dieser Zusammenhang beim Vergleich von Aktien- und Rentenmarkt beobachten: Stieg der eine, fiel der andere. Das Verhältnis der Entwicklungen wird dabei von der Korrelation gemessen, vom völligen Gleichlauf (Wert: +1) über eine vollständig unabhängige Entwicklung (Wert: 0) bis zum exakten Gegenlauf (Wert: -1).

Wünschenswert für Diversifikationseffekte sind dabei naturgemäß Werte zwischen 0 und -1: Entwickeln sich einzelne Wertpapiere oder Anlageklassen unabhängig oder gegenläufig, senkt dies das Gesamtrisiko eines entsprechenden Portfolios.

Unter Berücksichtigung ihrer sonstigen Eigenschaften – Aktien als chancen- aber auch risikobehafteter Renditemotor, Staatsanleihen als Antagonist und Stabilitätsankermit deutlich geringeren Wertschwankungen –, ließ sich aufgrund der negativen Korrelation lange Zeit relativ zuverlässig ein an den jeweiligen Anlegerbedürfnissen orientiertes gemischtes Portfolio aus Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumenten zusammenstellen. Das ist das Konzept klassischer Mischfonds, das vielfach zudem eine Diversifikation innerhalb der Assetklassen über Regionen und Segmente umfasst.

In zunehmendem Maß werden unter dem vergleichsweise neuen Namen Multi Asset zudem weitere Anlageklassen wie etwa Rohstoffe und Immobilien berücksichtigt. Je nach Ansatz sehen die Fonds dabei fixe Gewichtungen der einzelnen Anlageklassen mit regelmäßigem Rebalancing oder aber eine flexible Vermögensaufteilung je nach Marktlage vor.