Blackrock-Manager über Europa-Aktien: 15 Prozent in 2011

Stierkampfarena in Sevilla. Die Märkte ziehen spanische <br> Staatsanleihen den griechischen, irischen und <br> portugiesischen vor. Quelle: Pixelio

Stierkampfarena in Sevilla. Die Märkte ziehen spanische
Staatsanleihen den griechischen, irischen und
portugiesischen vor. Quelle: Pixelio

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Der Ölpreis steigt, der Euro wird stärker und in den öffentlichen Haushalten stehen weitere Kürzungen an: Die Wirtschaftsindikatoren in Europa stehen nicht gerade auf Wachstum. Für den Europaaktien-Experten Nigel Bolton kein Grund zu Panik „In Europa finden Investoren gute Rahmenbedingungen und Unternehmen vor, deren Bewertungen nach wie vor attraktiv sind“, erklärt der Manager des BGF European Fund (WKN: 970986) von Blackrock.

Er erwarte zwar mittelfristig ein etwas langsameres Wachstum, aber keine Rezession, sagt Bolton. Die Krise um europäische Staatsschulden habe sich mittlerweile entschärft, so dass die Risikoprämie für europäische Aktien demnächst fallen dürfte. Für 2011 rechnet der Blackrock-Manager deshalb mit einer Rendite von im Schnitt rund 15 Prozent.

Einzelhandel, Lebensmittelhersteller und Hardware-Produzenten uninteressant

Natürlich stehen nicht alle Branchen gleich gut da. So meidet Bolton den europäischen Einzelhandel, die Lebensmittelhersteller und Firmen, die technische Hardware herstellen. Die höheren Ölpreise und die gestiegenen Materialkosten drückten seit Jahresanfang die Gewinnerwartungen in diesen Branchen, so dass auch die Blackrock-Experten ihre Prognosen leicht nach unten korrigieren mussten.

Auch in den restlichen Sektoren sollte man bei der Titelauswahl wachsam sein. Denn auch in Branchen, die insgesamt gut abschneiden, verstecken sich laut Bolton einige schwarze Schafe.

Wer aber Unternehmen mit überzeugenden Bilanzkennzahlen zu Schnäppchenpreisen sucht, wird auf dem europäischen Aktienmarkt fündig. „Mit einem für 2012 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 bleiben europäische Aktien attraktiv bewertet“, erklärt Bolton. Darüber hinaus seien Aktien billiger und meist ertragreicher als die Anleihen der entsprechenden Unternehmen.