Crashtest: Die besten globalen Aktienfonds

Filmproduzenten Tim van Aelst und Katrien Van Nieuwenhove <br> mit Tom Baetens (v. li.) im Presseraum von Nespresso bei <br> den Emmy Awards in New York: Nespresso <br> ist eine Erfindung des Schweizer Lebensmittelkonzerns <br> Nestlé, der bei den beiden Crashtest-Siegern <br> FvS Fundament und Vontobel Global Equity zu den zehn <br> größten Positionen zählt. Quelle: Getty Images

Filmproduzenten Tim van Aelst und Katrien Van Nieuwenhove
mit Tom Baetens (v. li.) im Presseraum von Nespresso bei
den Emmy Awards in New York: Nespresso
ist eine Erfindung des Schweizer Lebensmittelkonzerns
Nestlé, der bei den beiden Crashtest-Siegern
FvS Fundament und Vontobel Global Equity zu den zehn
größten Positionen zählt. Quelle: Getty Images

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„Lebende Legende“, „Fondspersönlichkeit 2009“, „Meister der Börse“: Edouard Carmignac ist Lob gewöhnt. Sein globaler Aktienfonds Carmignac Investissement gilt als Messlatte der Branche. Die langfristige Wertentwicklung kann sich sehen lassen: 971 Prozent legte der Fonds seit der Auflegung im Januar 1989 zu. Auf Zehn-Jahres-Sicht sind es rund 182 Prozent, über fünf Jahre immerhin 27 Prozent – während der MSCI Welt knapp 18 Prozent verlor.

Trotzdem gibt sich der Franzose bescheiden. „Es ist gar nicht so, dass wir so clever wären“, sagt er. Der Erfolg von ihm und seinem Team beruhe vielmehr auf dem „Versagen der anderen, die einfach nur nicht das tun, was sie tun sollten“.

Was getan werden soll, erläutern die Mitglieder des Investmentkomitees von Carmignac Gestion in ihren regelmäßig erscheinenden Anlageberichten. „Die Zukunft der Finanzbranche liegt in den Schwellenländern“, lautet dabei seit Jahren das Mantra der Franzosen. Das Thema „Verbesserung des Lebensstandards in den Schwellenländern“ beherrsche weiterhin das Portfolio, erklärte die Gesellschaft im vierten Quartal 2011.

Schwellenländer – und Apple

Trotz jüngster Kurseinbrüche der Schwellenmarktaktien halten die Anlage-Experten an ihrer Überzeugung fest. Schwellenländer sind mit mehr als 30 Prozent des Portfolios das wichtigste Thema des Carmignac Investissement, noch vor Goldminenaktien. Den Anteil innovativer Technologien fuhr Carmignac hingegen herunter. Lediglich bei Aktien von Apple – einem Unternehmen, „das uns immer wieder überrascht und in der Lage zu sein scheint, seinen Erfolg fortzusetzen, obwohl der Unternehmensgründer gestorben ist“ – machte er eine Ausnahme: Mit 4 Prozent des Portfolios avancierte der iPhone- und iPad-Anbieter Anfang 2012 zur zweitstärksten Fondsposition.

Auch wenn er das vergangene Jahr mit einem fast zweistelligen Minus abschloss, zählt der Carmignac Investissement immer noch zu den Klassenbesten. Das zeigt der jüngste Crash-Test von DER FONDS. Das Schwestermagazin von DAS INVESTMENT testete 324 globale Aktienfonds in puncto Performance, Stresstest und Rating. Mit 290 von 300 möglichen Punkten belegte der Carmignac Investissement den dritten Platz.

Zweitplatzierter wurde mit 294 Punkten der Aktienfonds Flossbach von Storch Fundament. Neben der Top-Leistung seines Fonds hat Fondsmanager Bert Flossbach nur wenig mit Carmignac gemeinsam. So lehnt der Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch Carmignacs Lieblingsregion kategorisch ab. Er setze auf erstklassige Unternehmen, die global, krisenresistent und marktführend seien und von leistungsstarken Top-Managern geführt würden, sagt Flossbach. „Damit schließen sich Unternehmen aus Schwellenländern aus.“ Interessant findet Flossbach hingegen dividendenstarke Aktien aus den Sektoren Konsum, Gesundheit, Telekommunikation, Energie und Technologie.

Keine Banken aus Europa


Bei seiner Einzeltitelauswahl orientiert sich Flossbach in der Regel an mittel- bis langfristigen Trends. Um in sein Portfolio zu kommen, muss ein Unternehmen eine gesunde Bilanz vorweisen können und im Vergleich zum langfristig erwarteten Gewinnwachstum günstig bewertet sein.