Das große ETF-Interview: „Wir wollen eine komplette Asset Allocation ermöglichen“

Thorsten Michalik, Chef von DB X-Trackers

Thorsten Michalik, Chef von DB X-Trackers

// //

DAS INVESTMENT.com: Wie läuft das Geschäft? Thorsten Michalik: (hebt den Daumen und sieht dabei ziemlich fröhlich aus) DAS INVESTMENT.com: Ist die Geschäftsidee mit den Indexfonds nicht bald ausgereizt? Michalik: Das denke ich nicht. Allerdings wird sich die Wachstumsgeschwindigkeit sicherlich verlangsamen. Zurzeit haben wir branchenweit in Europa 675 ETFs auf dem Markt. Ich denke, bis zum Jahresende werden es 750 werden und im kommenden Jahr rund 1.000. Aber dann wird erst einmal Schluss sein. DAS INVESTMENT.com: Die ETF-Landschaft ist schon jetzt sehr vielfältig. Was soll denn da noch kommen? Michalik: Es wird viele Dopplungen bei den abgedeckten Indizes geben. Viele Banken steigen neu in den Markt ein und legen hauseigene ETFs zu Themen auf, die andere schon abgedeckt haben. DAS INVESTMENT.com: Warum tun die das? Michalik: Um das Geld ihrer Kunden nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Ein großes englisches Haus hat ja seinen bevorstehenden Markteintritt genau mit diesem Argument begründet. Sie wollen ganz sicher nicht dauerhaft das Kundenvermögen bei Ishares, Lyxor oder uns liegen lassen. DAS INVESTMENT.com: Wird die Nachfrage halten? Michalik: Ich denke ja. Wir haben beispielsweise herausgefunden, dass unser ETF auf den Geldmarktindex Eonia im Jahr 2008 in 119 Dachfonds enthalten war. Auch Aktien-ETFs tauchen in anderen Fonds immer häufiger auf. DAS INVESTMENT.com: Aktive Fonds, die Indizes kaufen? Michalik: Genau. Wir nennen das inzwischen Alpheta – Fondsmanager erzielen Alpha, indem Sie Beta-Produkte mit verwenden. Nehmen wir mal einen deutschen Aktienfonds. Der Manager könnte einerseits das Portfolio aus einzelnen Aktien zusammensetzen. Er könnte aber auch einfach einen Dax-ETF kaufen und nur die Über- und Untergewichtungen über einzelne Long- und Short-Positionen darstellen. Das senkt seine Transaktionskosten deutlich. DAS INVESTMENT.com: Sie sind in den vergangenen Jahren durch eine hohe Schlagzahl bei Neuemissionen aufgefallen. Damit haben Sie die eigentlich so schön einfache ETF-Welt reichlich unübersichtlich gemacht.